Die meisten Spieler, die zum Grand Slam nach Wimbledon kommen, würden sofort bemerken, wäre etwas mit unserem Rasen nicht in Ordnung. Da sind sie alle sehr sensibel. Allerdings bekommen wir von den Spielern fast nie ein Feedback - weder positiv noch negativ. Sie sind so professionell und so konzentriert bei der Sache, dass sie gar keine Zeit dafür haben. Natürlich können wir nicht verhindern, dass sich das Gras im Laufe des Wimbledon-Turniers abnutzt.

Dann sieht man diese braunen Flecken. Aber selbst an solchen Stellen bleibt der Untergrund hart. Und das ist das Wichtigste, damit der Ball gleichmäßig abspringt.

Eine andere Geschichte in Wimbledon ist die Sache mit dem Wetter. Wir decken die Plätze jede Nacht ab, falls es regnet. Also ist es morgens unsere erste Aufgabe, sie wieder aufzudecken. Auch am DONNERSTAG. Vorausgesetzt, es ist sonnig und trocken, machen wir das um 7.45 Uhr - ansonsten müssen wir warten.

Sind die Plätze aufgedeckt, wird gemäht. Danach ziehen wir die weißen Linien der Spielfelder nach. Auf den meisten Plätzen beginnen die Matches um 12 Uhr.

Nur auf dem Center-Court haben wir für die Rasenpflege eine Stunde länger Zeit. Am Abend nach den Spielen inspizieren wir alles noch einmal. Je nachdem, wie groß die Schäden auf dem Rasen sind, entscheiden wir, ob wir dem Gras etwas Gutes tun und es über Nacht sprengen.

Am FREITAG sind die Halbfinalspiele der Männer. Morgens werden wieder Plätze abgedeckt, gemäht und Linien gezogen. Wenn die Spiele dann begonnen haben, weiß ich nie so recht, was passieren wird. Entweder es ist ein schöner Tag - dann haben wir nicht viel zu tun. Oder es ist regnerisch. In diesem Fall warten wir den ganzen Tag gespannt, sind direkt einsatzbereit. Denn wenn es regnet, müssen die Begegnungen unterbrochen und die Courts schnell abgedeckt werden. Dann folgt das große Warten auf das Ende des Regens. Ich berate die Schiedsrichter, wann die Spiele fortgesetzt werden können.

Zum Damenfinale am SAMSTAG werden einige Stellen ihre grüne Farbe verloren haben. Und die gesamte Grasdecke ist sicher ein bisschen dünner als zum Turnierstart - besonders an den Grundlinien, wo die Spieler den ganzen Tag hoch und runter rennen. Dabei haben wir spezielles Gras. Es kommt von der britischen Firma Carter Seeds, und ich glaube, die kaufen es in Holland. Es ist 100 Prozent der Sorte Perennial Ryegrass. Wir hatten diese Mischung schon in den letzten beiden Jahren, und wir werden sie auch nächstes Jahr verwenden. Dieses Gras hält sehr viel aus. Es widersteht den schwierigen Bedingungen, es ist Sport-Gras, und es ist sehr gut für Tennis geeignet. Wir haben es mit dem Sports Turf Research Institute in Yorkshire getestet.