Die Zeit: Kürzlich ist die Aida vita zur Jungfernfahrt ausgelaufen, dann folgte der noch größerer Dampfer A'rosa blu. Auf beiden Schiffen sind Sie künstlerischer Leiter. Müssen Sie jetzt tingeln gehen?

Corny Littmann: Nein, überhaupt nicht. Ich habe für die Aida und die A'rosa in den vergangenen drei Jahren ungewöhnliche Konzepte entwickelt. An Bord bieten wir viel Live-Unterhaltung, das ist aber etwas anderes als im Robinson-Club, wo Animateure und Köche auf die Bühne geschickt werden.

Zeit: Sie arbeiten auf See also nicht mit Laiendarstellern und Playback?

Littmann: Zu jedem Schiff gehört ein Ensemble aus elf professionellen Musical-Darstellern. Die bleiben drei bis vier Monate und treten danach auf einem anderen Seetours-Schiff auf.

Zeit: Vermutlich nicht gerade ein Engagement, von dem junge Künstler träumen.

Littmann: Junge Leute, die von einer Musical-Schule kommen, dürfen bei großen Produktionen an Land zuerst nur in der zweiten Reihe tanzen. An Bord treten sie als Solisten auf, werden vielseitig gefordert - als Tänzer, Sänger, Schauspieler. Immerhin müssen sie im Laufe von zwei Wochen ein achtstündiges Showprogramm zeigen, vor bis zu 800 Zuschauern.

Zeit: Und denen präsentieren Sie dort das hundertste Remake von Cats?