Das Gesicht von Frau L. ist fahlgrau wie ihr Shirt. Lassen Sie mich in Ruhe. Lassen Sie mich einfach in Ruhe eine Tasse Kaffee trinken.

Samstagvormittag. Das erste Ferienwochenende in diesem Jahr. Bettenwechsel in Dänemark. Um die Mittagszeit wollten sie dort sein. Rechtzeitig, vor den anderen. Sie, ihr Mann, die drei kleinen Kinder, der Van voll mit allem, was man so braucht für zwei Wochen Urlaub im Ferienhaus. Jetzt stehen sie in der Werkstatt in Hollenstedt, etwa 35 Kilometer vor Hamburg. Und keiner weiß genau, ob sie noch ankommen. Heute oder vielleicht erst in drei Tagen.

Der Abschleppwagen hat Familie L. hierher gebracht. Von der Standspur an der A 1. Geschäftsleute schaffen es immer zur Raststätte, irgendwie. Die Urlauber bleiben auf der Standspur liegen, sagt Dirk Sichau, der sie angeschleppt hat.

Das ist saugefährlich. An der Autobahn ist schon mal einer seiner Kollegen niedergesemmelt worden. Deshalb ganz schnell weg. Erst die Leute rein in den Abschleppwagen. Und dann das Auto hinten rauf. Das dauert nicht einmal drei Minuten. Hebel runter, die Hebebühne fährt vor und nach unten. Schlepphaken angebracht, Druck auf die Fernbedienung, das kaputte Auto rollt nach oben.

Handbremse, erster Gang rein. Bühne wieder einziehen und ab. Fünf haben Platz im Abschleppwagen. Die Kinder kriegen Kulleraugen. So hoch oben, das ist gut, echt gut.

Kurz nach 11 Uhr. Der große schwarze Opel steht im Hof der Werkstatt.

Motorhaube auf. Herr L. aus der Nähe von Bremen, der Besitzer, spielt mit den Sicherungen. Die hat's immer wieder rausgehauen. Psychologische Annäherung.