Ein Auto, das aus vernünftigen Männern glückliche Jungs macht - über Risiken und unerwünschte Nebenwirkungen sprechen Sie besser mit Ihrem Seelendoktor

Meine Psychotherapeutin kommt immer mit dem Fahrrad zur Sitzung. Ich normalerweise auch. Ganz vernünftig stehen dann die beiden Räder hintereinander, in der Einfahrt einer alten Villa in Hamburg. Mintgrün mit einem breiten Einkaufskorb das Hollandrad von Frau M. Dunkelgrün-schwarz mein Kettler City-Cruiser. Ganz vernünftig und ganz ordentlich.

Vorgestern aber! Vorgestern ...

Ich muss vorausschicken, dass ich ein sehr beherrschter Mensch bin. Mental stark heißt das bei Langstreckensportlern, wenn sie jederzeit in der Lage sind, hinderliche Gefühle wie Verzweiflung, Mutlosigkeit oder Überschwang durch das Einwirken ihrer Vernunft zu kontrollieren.

Manchmal stellt Frau M. eigenartige Fragen. Sie beginnen mit Wie geht es Ihnen damit? Oder: Was fühlen Sie, wenn ... Dann erkläre ich ihr, was ich über meine Gefühle denke.

Ein Auto ist für mich ein Hilfsmittel, um von A nach B zu kommen. Eine Prothese. Männer, die sich stundenlang über Drehmoment und Wanksteifigkeit unterhalten, finde ich affig. Oder über ihre erotischen Abenteuer mit der Stimme aus dem Navigationssystem. Infantil!

Wer würde schon mit seiner Prothese prahlen!