Enttäuschende Vitamine.

Seit Jahren schlucken wir nun schon in guter Hoffnung Extraportionen Vitamin C, E und Betacarotin. Darin, heißt es, stecken viele Antioxidanzien gegen verkalkende Blutgefäße, Krebs und andere Zivilisationsleiden. Die Vitamine fangen angeblich aggressive Moleküle im Körper ab, welche die Zellen und das Erbgut zerstören können. Falsch, meinen britische Forscher (The Lancet, Band 360, S. 23). Sie beobachteten über 20 000 Personen zwischen 40 und 80 Jahren, die an Herz-, Gefäßerkrankungen oder Diabetes litten. Von ihnen erhielt die eine Hälfte Vitamin E, C und Betacarotin-Präparate, die andere Placebos. Die Wissenschaftler stellten zwar fest, dass der Vitamingehalt im Blut substanziell steigt, doch das war leider auch alles. Bei keiner der Krankheiten sank die Sterblichkeit im Zeitraum von fünf Jahren signifikant.

Immerhin, so die Briten, Vitamine schaden auch nicht.

Immer schön bescheiden.

Australische Laubenvögel scheinen zu wissen: Alles was auffällt, ruft die Konkurrenz auf den Plan. Laubenvogelmännchen versuchen ihre Auserwählte durch kunstvoll gebaute, mit Beeren verzierte Nester zu beeindrucken. In der Tat lockt dies die Weibchen an. Der britische Biologe Joah Robert Madden stellte nun fest, dass aber selbst bei reichhaltigem Angebot von Baustoffen die werbenden Männchen ihre Bauten nicht mit mehr Beeren verschönern als üblich (Proceedings: Biological Sciences, Royal Society, Band 269, S. 1347). Der Grund: Missgünstige Nebenbuhler attackieren schönere Behausungen.

Richtig positioniert.

Woher weiß das werdende Herz im Mausembryo, dass es links in der Brust liegen soll? Das Schlagen kleiner dünner Haare kontrolliert die Lage der Organe im späteren Körper, lautet die Antwort des Japaners Hiroshi Hamada von der Universität Osaka (Nature, Band 418, S. 96). Die Haare an der Bauchseite des Embryos erzeugen in der umgebenden Flüssigkeit einen Strom von rechts nach links (siehe ZEIT 6/2002). Lenkten die Forscher den Strom um, so verkehrte sich auch die Lage der Organe im Körper. Ganz ohne Strömung verteilten sich die Organe indes völlig zufällig in der Maus. Hamada und seine Kollegen vermuten, dass durch den Haarschlag ein Stoff freigesetzt wird, der die Verteilung der Organe beeinflusst. Bislang konnte Joseph Yost von der University of Utah dieses Phänomen nur für Küken und Zebrafische nachweisen.