Die Elbe lädt zum Bad Es gibt Tage, da fühlt sich ihr Wasser hart und kalt an, liegt wie Blei auf dem Körper. Dann wieder ist es weich und warm, umspielt die Haut wie Samt und trägt den Schwimmer wie eine Feder. Das Baden in der Elbe hat eine lange Tradition. Damit war Schluss, als der 1091 Kilometer lange, in Tschechien als Labe entspringende Fluss über Jahrzehnte als Abwasserkanal missbraucht wurde und bis zur Wende mehr Kloake war als lebendes Gewässer. Mit dem Bau neuer Kläranlagen stieg der Sauerstoffgehalt und damit die Anzahl der Kleinlebewesen, sogar der Fischotter kehrte zurück.

Nun wird auch wieder gebadet. Das Hamburger Hafengebiet ist zwar offiziell tabu, aber am 14. Juli, dem 1. Internationalen Elbe-Badetag, wollen bei Wittenbergen oder Geesthacht die Leute ins Wasser steigen. An 55 Plätzen von Pardubice bis Cuxhaven wird gefeiert und geschwommen - ganz wie Ende des 19.

Jahrhunderts, als Reeder Breckwoldt in Blankenese eine Badeanstalt für Herren & Damen einrichtete, weil es Beschwerden gab, dass in den Morgenstunden die Elbe zum Schwimmen genutzt würde und deshalb das Passieren des Weges durch Damen ohne Verletzung des Schamhaftigkeitsgefühls zur Unmöglichkeit geworden sei.

Elbe, 14. Juli. Informationen: www.elbebadetag.de

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