Schweiz: In Europa floriert der Tauschhandel unter Unternehmen in der Schweiz. 70 000 Firmen treiben dort Barter-Geschäfte. Das sind 25 Prozent aller Betriebe. Der jährliche Umsatz: 2,5 Milliarden Franken. Die größte Organisation ist der WIR-Wirtschaftsring. Er wurde 1934 gegründet, und seine ursprüngliche Zielsetzung war es, durch den geldlosen Handel die Nachfrage zu beleben und den Zins abzuschaffen. Heute versteht er sich als Selbsthilfeorganisation des Mittelstands.

Vereinigte Staaten: In den USA verzichten zahlreiche Gewerbetreibende bei ganz normalen Geschäfte auf Geld. Vor allem die so genannten Barterclubs boomen. Das sind regionale Tauschringe von Unternehmen, die anders als die Gib-und-nimm-Gemeinde in Deutschland kommerziell ausgerichtet sind.

Inzwischen beteiligen sich rund 400 000 Unternehmen, insbesondere aus dem Baugewerbe und dem Einzelhandel, am Geschäft Ware gegen Ware. Sie tauschen jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von fast zehn Milliarden Dollar.

Ganz andere Motive hat die US-Gemeinde Ithaca, die zur Stärkung der lokalen Ökonomie ihr eigenes Tauschgeld druckt. Dort, im US-Bundesstaat New York, sind die Köpfe von George Washington, Abraham Lincoln und Co. von vielen Geldscheinen verschwunden. Statt des gewohnten Konterfeis eines ehemaligen Präsidenten zieren regionale Blumenarten und lokale Wasserfälle die Scheine.

Es handelt sich dabei um die neue, lokale Währung, die "Ithaca-Hours", die insgesamt 1500 Bürger für den Tausch von Waren und Dienstleistungen nutzen.

Inzwischen lassen sich viele Handwerker und Farmer in Hours bezahlen, so mancher Einwohner von Ithaca zahlt sogar seine Miete damit. Selbst in den feinsten Restaurants der Gemeinde, in den Kinos und auf Bowlingbahnen wird die Nebenwährung klaglos akzeptiert.

Frankreich: Auch den 350 französischen Tauschringen, Grain de Sel (Salzkörner) genannt, fehlt die für die deutschen Zirkel typische ideelle Ausrichtung. Träger der Bewegung ist nicht die Alternativszene in den Großstädten. Vielmehr gibt es in Frankreich Landstriche, in denen sich Bauern mit Tauschgeschäften bis zu 40 Prozent ihres Lebensunterhalts erwirtschaften.