Berlin

Die Gewerkschaftsbosse, vom ver.di-Chef einmal abgesehen, hatte Gerhard Schröder immerhin schon auf seiner Seite, bevor er sich mit ihnen überhaupt zusammensetzen konnte. "Zwei Millionen Menschen wieder in Arbeit vermitteln - da machen wir mit", schlug der Vorsitzende der IG-Metall, Klaus Zwickel, den Ton an, wie auf die Vorschläge der Hartz-Kommission zu reagieren sei.

Vor allem die Leiharbeitsagenturen für Arbeitslose, das "Herzstück" des Konzepts aus Sicht von VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz, werden offenbar akzeptiert. Wie weit genau diese Zustimmung allerdings geht, steht dahin, obwohl auch innerhalb der Gewerkschaften der Ruf nach Öffnung und Modernisierung lauter wird. Die Zumutbarkeitsgrenzen für Jobsuchende kann man heruntersetzen, aber, so bremsen die Kritiker, Leistungen für Arbeitslose dürfen nicht gekürzt werden.

Momentan interessiert den Kanzler das Kleingedruckte verständlicherweise weniger. Froh ist er sogar, wie er selbst sagt, dass die Gewerkschaften ihre "Anmerkungen" machen. Aber den "grundsätzlichen Ansatz", das "ganzheitliche Konzept", um eine "neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen" und Arbeitslose "schnell in den ersten Arbeitsmarkt zu bekommen", das will er sich nicht vom Streit über Details vermiesen lassen.

Schon im fernen Kanada wurde ihm klar: Derart positiv fiel das Echo auf den ersten Bericht im Spiegel über die Hartz-Ideen aus, dass er es wagen konnte, alles auf eine Karte zu setzen. Erst ganz Mister Vorsicht, dann Mister Entschlossenheit von Kopf bis Fuß, das liebt er. In einer Kolumne für's Feuilleton der FAZ zum Endspiel der Fußballweltmeisterschaft trällert er nun: "Diese deutschen Vizeweltmeister kehren erhobenen Hauptes in die Heimat zurück

das Team war der Beginn einer 'Epoche', nicht eine abzuhakende 'Episode'". Man habe den Fußball "schlechtgeredet" und "totgesagt" wie den Euro und Deutschland, aber die Jungs seien "aufgestanden, nicht liegen geblieben".

Kanzler hier, Kanzler dort - Schröder hastet durch das Land