Nach dem Sturz

Ron Sommer hat den Kurs der T-Aktie kräftig bewegt - in die falsche Richtung. Jetzt treibt die Nachricht seiner bevorstehenden Ablösung den Kurs kurzfristig nach oben. Doch das Vertrauen in die Volksaktie ist schwer beschädigt. Keinem traut der Anleger über den Weg - den Topmanagern nicht und auch nicht dem Finanzminister, der die Volksaktien empfahl, um seinen Haushalt zu sanieren.

Nichts wirkt nachhaltiger als enttäuschte Euphorie. Gerade hatten sich die Deutschen für Aktien erwärmt, da stürzte das Börsenbarometer. Nun verlieren die Volksaktionäre den Glauben an die eigene Zukunft. Die Demoskopen vom Institut Allensbach sagen, dass die Bürger ihre wirtschaftliche Lage so negativ beurteilten wie schon lange nicht, obwohl sie durchschnittlich immer mehr Geld in Händen halten - ein Paradox, das auch den Wahlausgang im September prägen kann.

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Doch die Aktionäre sollten für ihr persönliches Börsendesaster nicht Sommer oder Eichel verantwortlich machen, sondern nur sich selbst. Zu groß war ihr Drang mitzulaufen, zu überwältigend die Furcht, prächtige Gewinne zu verpassen.

Abertausende zeichneten unverzagt die T-Aktie, als diese schon das Doppelte ihres Ursprungskurses kostete. Dessen sind sich die Hobbybörsianer auch bewusst. Und deshalb misstrauen sie vor allem sich selbst: Wie konnten wir so dumm sein?

Sie sollten gnädiger mit sich sein. Das Goldrauschvirus ist höchst ansteckend. Aber der Epidemie folgt stets eine Phase der Vernunft. Dann wird wieder Geld verdient. Und wer kritisch fragt, statt den Helden des Augenblicks zu folgen, dem gelingt das auch an der Börse.

 
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