Und wer patzte? Der Aufsichtsrat der Telekom ließ einen Mangel an Kompetenz und Entscheidungsfähigkeit sichtbar werden. Wolfgang Overhaus, Staatssekretär und linke Hand des Finanzministers, machte keine glückliche Figur als Mittelsmann der Bundesregierung. Sein Chef Hans Eichel hat den eigenen Einfluss auf das Unternehmen, das noch zu mehr als vierzig Prozent in Staatsbesitz ist, wohl überschätzt.

Aber genauso, wie die Bundesregierung am Ende einen für den Niedergang der Telekom verantwortlich machte, Ron Sommer eben, ist auch auf politischer Seite der Chef verantwortlich - egal, wie oft er sich nun einmischte, mit wie vielen befreundeten Kandidaten für das oberste Konzernamt er nun sprach. Gerhard Schroeder hat einmal mehr auf politischen Druck reagiert und in der eiligen Aktion die Details vernachlässigt.

Es kann doch nicht sein, dass der gewiefte Kanzler sich in das Abenteuer der Ablösung eines widerspenstigen (oder zumindest aus allerhand Motiven Widerstand leistenden) Topmanagers stürzt, ohne den Nachfolger schon an der Hand zu haben. So dachte man. Und dachte man. Und dann musste man sich vom Gegenteil überzeugen. Politik ist manchmal so wie das Leben: Die dümmsten Fehler werden gemacht, und das ganze ist nicht geheimnisvoller und nicht komplizierter, als es auf den ersten Blick scheint. Alles Warten auf den Trumpf, den Schroeder aus dem Ärmel ziehen würde, half nicht. Er hatte keinen.