Die Erklärung Wiesels im Wortlaut:

Martin Walser bleibt für mich eine schwere Enttäuschung. Von einem Autor seines Ranges in Deutschland hätte ich erwartet, dass er dem Zeitgeist einer Geringschätzung der Erinnerung nicht nachgibt, sondern ihn vielmehr bedauert. Meine Entscheidung habe ich bereits vor der gegenwärtigen Affäre um seinen jüngsten Roman getroffen. Ich hatte mich dazu entschlossen, nachdem Walser mich mit seinen unwürdigen Frankfurter Bemerkungen über den Holocaust bestürzt und viele Juden empört hatte. Sollte er das soziale Gewissen des gegenwärtigen Deutschland sein, dann wehe seinen Lesern. Deshalb hatte ich das Gefühl, dass - nicht zuletzt als mein persönlicher Protest - unsere Namen weder länger gemeinsam auf dem selben Buchumschlag noch im selben Band erscheinen sollten. Seine Äußerungen haben mir bewiesen, dass er nicht verstanden hat, was mein Zeugnis bedeutet. Offenkundig haben wir nicht dieselbe Auffassung von Moralphilosophie und Literatur.