Die Hauptfunktion des Trinkens bei heißem Wetter ist der Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts und nicht die Kühlung. Die ist schon allein rechnerisch wenig bedeutsam: Selbst ein ganzer Liter kaltes Wasser bewirkt, auf den ganzen Körper gerechnet, nur eine Kühlung von einem halben Grad. Außerdem können eiskalte Getränke den Magen schocken und zu Beschwerden führen.

Ein viel besseres Mittel zur Temperaturregulierung ist das Schwitzen. Um diese Verdunstungskühlmaschine zu stimulieren, ist die aus Ländern mit heißem Klima bekannte Gewohnheit, warme (nicht heiße!) Getränke in stetigen, aber kleinen Schlucken zu trinken, ein durchaus sinnvolles Mittel: Die Temperaturfühler im Körperinnern bekommen ein zusätzliches Hitzesignal, und das führt zu einem ständigen leichten Schwitzen, aber nicht zu sturzbachartigen Schweißausbrüchen.

Erwachsene sollten an heißen Tagen mindestens 1,5 bis 2 Liter trinken. Und dabei möglichst auf zu viel Zucker, Koffein und Alkohol in den Getränken verzichten. Christoph Drösser

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