Stimmt’s? Heißes bei Hitze
Es heißt, man solle bei hohen Temperaturen lieber heiße oder warme Getränke statt kalter zu sich nehmen. Dies stille den Durst besser. Stimmt’s? Hans-Joachim Fuchs, Germering
Die Hauptfunktion des Trinkens bei heißem Wetter ist der Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts und nicht die Kühlung. Die ist schon allein rechnerisch wenig bedeutsam: Selbst ein ganzer Liter kaltes Wasser bewirkt, auf den ganzen Körper gerechnet, nur eine Kühlung von einem halben Grad. Außerdem können eiskalte Getränke den Magen schocken und zu Beschwerden führen.
Ein viel besseres Mittel zur Temperaturregulierung ist das Schwitzen. Um diese Verdunstungskühlmaschine zu stimulieren, ist die aus Ländern mit heißem Klima bekannte Gewohnheit, warme (nicht heiße!) Getränke in stetigen, aber kleinen Schlucken zu trinken, ein durchaus sinnvolles Mittel: Die Temperaturfühler im Körperinnern bekommen ein zusätzliches Hitzesignal, und das führt zu einem ständigen leichten Schwitzen, aber nicht zu sturzbachartigen Schweißausbrüchen.
Erwachsene sollten an heißen Tagen mindestens 1,5 bis 2 Liter trinken. Und dabei möglichst auf zu viel Zucker, Koffein und Alkohol in den Getränken verzichten. Christoph Drösser
Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder
stimmts@zeit.de
. Das »Stimmt’s?«-Archiv:
www.zeit.de/stimmts
Audio:
www.zeit.de/audio
- Datum 01.08.2002 - 14:00 Uhr
- Serie Stimmt's
- Quelle (c) DIE ZEIT 32/2002
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Drösser schreibt, selbst ein Liter kaltes Wasser bewirke, auf den ganzen Körper gerechnet, nur eine Kühlung von einem halben Grad. Zunächst einmal ist das sehr schwammig. Was heißt "kalt"? Wie groß ist der Körper aus der Berechnung? So ist das nicht nachvollziehbar.
Ferner ist ein halbes Grad eine ganze Menge. Bei Frauen etwa sind wenige Zehntelgrade signifikante Anzeichen für hormonelle Veränderungen. Ein halbes Grad kann zwischen Gesundheit und erhöhter Temperatur entscheiden!
Und schließlich ist die Rechnung "auf den ganzen Körper" ungerechtfertigt. Die Peripherie kann wegen der größeren Oberfläche effizienter durch Schwitzen gekühlt werden als der Rumpf, der umgekehrt den größten Energieumsatz leistet - gerade dort, wohin kalte Getränke gelangen.
"Außerdem können eiskalte Getränke den Magen schocken und zu Beschwerden führen."
Ein ganz vages "Argument". Außerdem können heiße Getränke den Mund verbrennen und zu "Beschwerden" führen.
Ein viel besseres Mittel zur Temperaturregulierung ist das Schwitzen. Ja. Und darum schwitzt man praktisch ununterbrochen. Das Schwitzen wird allein schon durch die ansteigende Körpertemperatur durch die Außenhitze stimuliert. Das ist ganz banale Regelung. Man muss auch nicht erst Eiswürfel auf den Thermostat legen, damit der Heizkörper im Winter heizt. Ein Lebewesen, das erst vernünftig kühlt, wenn man es heizt, wäre biologischer Blödsinn.
"Die aus Ländern mit heißem Klima bekannte Gewohnheit, warme Getränke in stetigen, aber kleinen Schlucken zu trinken" liegt meines Erachtens daran, dass in heißen Ländern bis vor kurzem überhaupt nur gekochte Getränke sicher trinkbar waren und dann wenigstens warm in kleinen Schlucken, weil kochend aus dem Eimer noch unangenehmer wäre.
Wenn es um biologische Argumentation geht, wäre es sinniger, Tiere zu beobachten. Ich bezweifle, dass Tiere in heißen Ländern Flüssigkeiten über Körpertemperatur kühlem Wasser vorziehen würden.
Das sehe ich ganz ähnlich. Christoph Drössers Argumentation ist unempirisch, basiert auf Allerweltsargumenten, und ist wenig überzeugend.
Und nicht zuletzt: ich FÜHLE mich erfrischt, wenn ich bei heißem Wetter mal ein kühles Glas trinke. Wenn ich dagegen ein laues Getränk zu mir nehme, fühle ich mich nicht besonders erfrischt. Da hilft es mir wenig, wenn mir vorgerechnet wird, dass es eigentlich genau andersrum sein sollte.
Das sehe ich ganz ähnlich. Christoph Drössers Argumentation ist unempirisch, basiert auf Allerweltsargumenten, und ist wenig überzeugend.
Und nicht zuletzt: ich FÜHLE mich erfrischt, wenn ich bei heißem Wetter mal ein kühles Glas trinke. Wenn ich dagegen ein laues Getränk zu mir nehme, fühle ich mich nicht besonders erfrischt. Da hilft es mir wenig, wenn mir vorgerechnet wird, dass es eigentlich genau andersrum sein sollte.
Das sehe ich ganz ähnlich. Christoph Drössers Argumentation ist unempirisch, basiert auf Allerweltsargumenten, und ist wenig überzeugend.
Und nicht zuletzt: ich FÜHLE mich erfrischt, wenn ich bei heißem Wetter mal ein kühles Glas trinke. Wenn ich dagegen ein laues Getränk zu mir nehme, fühle ich mich nicht besonders erfrischt. Da hilft es mir wenig, wenn mir vorgerechnet wird, dass es eigentlich genau andersrum sein sollte.
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