Sachsen-Anhalts DocumentaSeite 2/2
Die Werkleitz Biennale liegt, anders als mancher Erstbesucher denken könnte, keineswegs auf dem Mond. Man muss sich wünschen, dass die Veranstalter den ästhetischen Überschuss dieses Ortes noch stärker problematisieren, damit deutlich wird, wie das marode Idyll in die dort inszenierte Kunstwelt passt.
Entsprechende ironische Transparente und Installationen hat es in den vergangenen Jahren oft gegeben - und auch immer wieder grandiose Einzelbeiträge.
Diesmal beantwortete eine filmische Familienrecherche von Karin Jurschik die Frage, ob Gemeinschaft ein Zugewinn sei, ganz persönlich und trotzdem politisch, am Beispiel familiärer Repression. Hier konnte man sehen, dass alle Gewalt ihre verschwiegene Geschichte hat. Nur so wäre auch der folkloristische Zugang zur DDR überwindbar und vor allem die hegemoniale Perspektive der Treuhandpioniere, die immer wieder gern erzählen, wie sie sich auf dem mitteldeutschen Kopfsteinpflaster ihre Stoßdämpfer ruiniert haben.
- Datum 08.08.2002 - 14:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 33/2002
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