Ein Buch wie eine Abrechnung. Eine Abrechnung mit Italien, dem Land der Arbeitsscheuen, mit Europa, dem Terroristenunterschlupf - und vor allem mit dem Islam, der Heilslehre von "Banditen, Drogenhändlern und Terroristen". Oriana Fallaci freilich nennt ihr Buch eine Predigt. Diese entstand aus einem wütenden Brief, verfasst kurz nach dem 11. September. Fallaci kündet vom neuen Weltkonflikt zwischen "uns" und dem Islam und erklärt dem muslimischen Glauben den "Krieg" - "bis zum letzen Atemzug".

Fallaci, eine bekannte italienische Kriegsreporterin und Autorin, schreibt, dass sie mit ihrem Buch wohl "nicht oder kaum verstanden werde". In der Tat läuft in Frankreich ein Verfahren wegen Rassismus gegen sie. Zugleich aber steht ihr Buch in Italien und Frankreich an der Spitze der Bestsellerlisten. Offenbar findet ihre Predigt Zuhörer. Fallacis Feinde leben in Afghanistan und im Sudan, in Indonesien, Pakistan und anderswo. "Wer das im Westen nicht begreift, möge sich die Bilder ansehen, die uns das Fernsehen jeden Tag zeigt. Die Massen, die die Straßen von Islamabad, die Plätze von Nairobi, die Moscheen von Teheran überschwemmen. Die wütenden Gesichter, die drohenden Fäuste, die Plakate mit dem Bild von Bin Laden." Sind das nicht aufgestachelte Demonstranten, welche die Mehrheit der Muslime ablehnt? "Von wegen fanatische Minderheit! Millionen über Millionen sind sie, die Extremisten, die Fanatiker."

Fallaci hat ihre Strafpredigt mit einem schrillen "J'accuse!" unterlegt, das nur eine Dynamik kennt: von forte zu fortissimo. Wenn die in New York lebende Journalistin Jassir Arafat "eine Audienz gewährte", wohlgemerkt: sie ihm, dann würde sie ihm ins Gesicht sagen, wer die wahren Märtyrer dieser Welt sind. "Die 343 Feuerwehrmänner und 66 Polizisten", die bei den Rettungsversuchen am World Trade Center ums Leben gekommen sind. "Beinahe die Hälfte von ihnen", fügt sie hinzu, "hatte italienische Nachnamen."

Den Westen warnt sie vor dem Dschihad, "der es auf die Eroberung unserer Seelen abgesehen hat". Ja, sie sind gemeingefährlich, die "Söhne Allahs". "Sie nisten sich ein in unseren technischen Nervenknoten, im Herz unserer Gesellschaft. Einer Gesellschaft, die sie beherbergt, ohne ihr Anderssein zu hinterfragen, ohne ihre Absichten zu überprüfen, ohne ihren Fanatismus zu bestrafen."

Dabei seien sie "heimtückisch und zu gut organisiert, diese ausländischen Arbeiter": "Die Italiener bekommen keine Kinder mehr, diese Dummköpfe. Die übrigen Europäer auch nicht. Unsere ‰ausländischen Arbeiter' dagegen vermehren sich wie die Ratten. Mindestens die Hälfte aller moslemischen Frauen, die man auf der Straße sieht, sind von Kinderhorden umgeben und schwanger."