Dem einen flüstert schweflig der Teufel zu (und schon fliegt das Tintenfass!), dem andern gibt ein Gott zu sagen, wie er leidet. Wer aber inspirierte den Uhrmacher Heinrich Hermann Mebes (1842 bis 1918; seit 1888 Insasse der Heil- und Pflegeanstalt von Eberswalde), dies rätselvolle Bild zu schaffen? Der Lebensfrieden fühle durch Menschen, wie die Gnade erhällt mit Jesu Christi den Segen heißt das Blatt. Zu sehen ist es in einer Ausstellung des Heidelberger Museums Prinzhorn (bis zum 8. September Voßstraße 2, Tel. 06221/56 44 92 anschließend im Stadtmuseum Jena) - und in dem fabelhaften Begleitband dazu. Unter dem Titel Wunderhülsen & Willenskurven hat das Haus für die Kunst psychisch Erkrankter hier Schreibwerke aus dem eigenen Fundus versammelt: Bilddiktate, Herzschriften und tolle Versuche, in Partituren und Kalendarien das Chaos des Wahns durch irrwitzige Ordnung zu bändigen.

Wunderhülsen & Willenskurven, Hrsg. v. Bettina Brand-Claussen und Erik Stephan, Sammlung Prinzhorn, Heidelberg 2002, ISBN 3-9807924-3-9, 165 S., Abb., 19,- e

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    • Quelle DIE ZEIT, 35/2002
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    • Schlagworte Kulturbetrieb | Heidelberg | Eberswalde
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