Astro-Quoten
Wussten wir es nicht schon immer? Ohne metaphysische Qualitäten ist es unmöglich, die Fernsehquoten richtig zu deuten. Die Wie war ich bei den 14- bis 49-Jährigen-Frage, die sich Deutschlands TV-Macher jeden Morgen noch vor dem ersten Schluck Kaffee stellen, bedarf einer besonderen Differenzierung.
Einer neuen Sicht auf die TV-Wirklichkeit, die über die große Werbekrise hinweghilft und endlich den Weg bereitet für neue Konzepte, neue Zielgruppen und für den neuen, riesengroßen emotionalen TV-Spaß. Wichtig ist, dass die Menschen gucken, was zu ihnen passt. Einen tollen Ansatz bietet da die Astrologie - und die ProSiebenSat.1 AG hat diesbezüglich schon einige verblüffende Antworten parat. Die gesamte TV-Gruppe befindet sich ja nach der Pleite von KirchMedia bekanntlich in einem umfassenden Reflektionsprozess, und der hat nun auch die hausinterne Fernsehforschung erfasst. Dort ermittelte man Astro-Quoten, um herauszufinden, welche Sternkreiszeichen welche TV-Sender am liebsten sehen - nachzulesen in der nächsten Ausgabe des Pro7-Magazins Cinechart. Demnach schauen männliche Widder wie ARD-Chef Fritz Pleitgen am liebsten Vox, Skorpione wie ZDF-Chef Markus Schächter am liebsten Sat.1. Stiere wie Bertelsmann-Partriarch Reinhard Mohn oder RTL-Informationschef Hans Mahr schalten zuerst Sat.1 ein, während Schützen wie Tele-5-Boss Herbert Kloiber ARD und ZDF bevorzugen. Und Waage Leo Kirch?
Der zappt zu RTL 2, ARD und Vox. Den Sternendeutern in seiner Sendergruppe sei Dank.
- Datum 22.08.2002 - 14:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 35/2002
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