ERFORSCHT UND ERFUNDEN Völlig abgehoben Nach der Nasa und dem Flugzeughersteller Boeing interessiert sich nun auch die Europäische Weltraumagentur Esa für die wundersame Welt der Antischwerkraft. Zwar kam die Esa in einer Vorabstudie zu dem Ergebnis, dass das Gerede von der Antigravitation größtenteils Humbug ist, aber zumindest bei drei Ansätzen sieht sie weiteren Forschungsbedarf - unter anderem bei dem seltsamen Apparat des Russen Jewgenij Podkletnow, bei dem Gegenstände, die über einer rotierenden supraleitenden Scheibe platziert werden, einen Teil ihres Gewichts verlieren sollen (ZEIT Nr. 7/02). Tomate in Not Auch Pflanzen sind gegen Krankheiten nicht gefeit. Englische Wissenschaftler vom Sainsbury Laboratory in Norwich fanden heraus, dass der Pilz Septoria lycopersici einen besonders gemeinen Trick anwendet, eine Tomatenpflanze zu befallen: Er schaltet einfach ihren Verteidigungsmechanismus aus (Nature, Bd. 418, S. 889). Normalerweise wehrt die Tomate Schädlinge mit giftigen Stoffen in den Blättern, so genannten Alkaloiden, ab. Durch die Alkaloidproduktion wird auch die Restpflanze alarmiert, die weitere Abwehrmechanismen startet. Doch der Pilzschädling zerstört die Signalmoleküle mit einem Enzym und unterbindet so weitere Schutzmaßnahmen. Aspirin gegen Krebs Seit über hundert Jahren schlucken Schmerzgeplagte Aspirin, und noch immer entdecken Wissenschaftler in der Pille neue Heilkräfte. Mediziner aus Minnesota fanden Hinweise, dass das Mittel auch vor Bauchspeicheldrüsenkrebs schützen könnte. Im Rahmen eines siebenjährigen Projekts befragten sie über 28 000 Frauen zwischen 55 und 69 Jahren, wie häufig sie aspirinhaltige Produkte schluckten, und verglichen die Daten mit dem Auftreten von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Das Resultat: Bei Frauen, die zwei- bis fünfmal pro Woche Aspirin einnahmen, trat das Leiden etwa 43 Prozent seltener auf. Je mehr sie schluckten, desto geringer war das Risiko, zu erkranken. Erst eine vorausschauende Studie aber könnte letztlich den Zusammenhang beweisen. Autistische Programmierer Über die Computerexperten des Silicon Valley bricht nach dem Absturz der New Economy eine neue Schreckensnachricht herein: Ihre Kinder sind womöglich besonders anfällig für Autismus. Eines von 150 Kindern in der Region ist betroffen, weit mehr als in anderen Gebieten der USA. Autisten haben Schwierigkeiten, soziale Beziehungen aufzubauen. Ihre Fähigkeit, analytisch zu denken, ist jedoch häufig stark ausgeprägt. Computerexperten, die für ihre Arbeit komplexe analytische Fähigkeiten benötigen und zurückgezogen leben, könnten nach Meinung einiger Ärzte häufig Gene tragen, die Autismus verursachen. Heiraten so veranlagte Menschen einander, könnten die Gene den Ausbruch der Krankheit bei den Kindern begünstigen. Gehirnschutz mit Ultraschall Wer sich einer Herzoperation unterzieht, riskiert mentale Ausfälle. Bis zu 50 Prozent der Bypass-Patienten klagen nach ihrer OP über Gedächtnisstörungen. Im Verdacht stehen winzige Blutgerinnsel, die unbemerkt aus dem OP-Gebiet ins Hirn gelangen und dort Schlaganfälle verursachen. David Russell, Neurologe am Osloer Nationalkrankenhaus, entwickelte mit einem Ulmer Ingenieur einen Gerinnselsensor (Stroke, Vol. 33, S. 1969). Ultraschallwellen zweierlei Fequenz werden in die Hirngefäße gestrahlt. Ein Reflektionsmuster entsteht, das charakteristisch für die Blutklümpchen ist. "Wir konnten die Chirurgen bei der OP exakt darauf hinweisen, welche Manipulationen sie lieber unterlassen sollten", sagt Russell. Mit Erfolg: Der Strom von Gerinnseln sank auf null.

Völlig abgehoben.

Nach der Nasa und dem Flugzeughersteller Boeing interessiert sich nun auch die Europäische Weltraumagentur Esa für die wundersame Welt der Antischwerkraft. Zwar kam die Esa in einer Vorabstudie zu dem Ergebnis, dass das Gerede von der Antigravitation größtenteils Humbug ist, aber zumindest bei drei Ansätzen sieht sie weiteren Forschungsbedarf - unter anderem bei dem seltsamen Apparat des Russen Jewgenij Podkletnow, bei dem Gegenstände, die über einer rotierenden supraleitenden Scheibe platziert werden, einen Teil ihres Gewichts verlieren sollen (ZEIT Nr. 7/02).

Tomate in Not.

Auch Pflanzen sind gegen Krankheiten nicht gefeit. Englische Wissenschaftler vom Sainsbury Laboratory in Norwich fanden heraus, dass der Pilz Septoria lycopersici einen besonders gemeinen Trick anwendet, eine Tomatenpflanze zu befallen: Er schaltet einfach ihren Verteidigungsmechanismus aus (Nature, Bd.

418, S. 889). Normalerweise wehrt die Tomate Schädlinge mit giftigen Stoffen in den Blättern, so genannten Alkaloiden, ab. Durch die Alkaloidproduktion wird auch die Restpflanze alarmiert, die weitere Abwehrmechanismen startet.

Doch der Pilzschädling zerstört die Signalmoleküle mit einem Enzym und unterbindet so weitere Schutzmaßnahmen.

Aspirin gegen Krebs.

Seit über hundert Jahren schlucken Schmerzgeplagte Aspirin, und noch immer entdecken Wissenschaftler in der Pille neue Heilkräfte. Mediziner aus Minnesota fanden Hinweise, dass das Mittel auch vor Bauchspeicheldrüsenkrebs schützen könnte. Im Rahmen eines siebenjährigen Projekts befragten sie über 28 000 Frauen zwischen 55 und 69 Jahren, wie häufig sie aspirinhaltige Produkte schluckten, und verglichen die Daten mit dem Auftreten von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Das Resultat: Bei Frauen, die zwei- bis fünfmal pro Woche Aspirin einnahmen, trat das Leiden etwa 43 Prozent seltener auf. Je mehr sie schluckten, desto geringer war das Risiko, zu erkranken. Erst eine vorausschauende Studie aber könnte letztlich den Zusammenhang beweisen.

Autistische Programmierer.

Über die Computerexperten des Silicon Valley bricht nach dem Absturz der New Economy eine neue Schreckensnachricht herein: Ihre Kinder sind womöglich besonders anfällig für Autismus. Eines von 150 Kindern in der Region ist betroffen, weit mehr als in anderen Gebieten der USA. Autisten haben Schwierigkeiten, soziale Beziehungen aufzubauen. Ihre Fähigkeit, analytisch zu denken, ist jedoch häufig stark ausgeprägt. Computerexperten, die für ihre Arbeit komplexe analytische Fähigkeiten benötigen und zurückgezogen leben, könnten nach Meinung einiger Ärzte häufig Gene tragen, die Autismus verursachen. Heiraten so veranlagte Menschen einander, könnten die Gene den Ausbruch der Krankheit bei den Kindern begünstigen.

Gehirnschutz mit Ultraschall.

Wer sich einer Herzoperation unterzieht, riskiert mentale Ausfälle. Bis zu 50 Prozent der Bypass-Patienten klagen nach ihrer OP über Gedächtnisstörungen.

Im Verdacht stehen winzige Blutgerinnsel, die unbemerkt aus dem OP-Gebiet ins Hirn gelangen und dort Schlaganfälle verursachen. David Russell, Neurologe am Osloer Nationalkrankenhaus, entwickelte mit einem Ulmer Ingenieur einen Gerinnselsensor (Stroke, Vol. 33, S. 1969). Ultraschallwellen zweierlei Fequenz werden in die Hirngefäße gestrahlt. Ein Reflektionsmuster entsteht, das charakteristisch für die Blutklümpchen ist. "Wir konnten die Chirurgen bei der OP exakt darauf hinweisen, welche Manipulationen sie lieber unterlassen sollten", sagt Russell. Mit Erfolg: Der Strom von Gerinnseln sank auf null.

 
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