Ein Meer von Büchern

Mitten in der Krise gründet sich der marebuchverlag

Sie heißen beide Nikolaus, sind an die zwei Meter groß, lieben das Meer und haben eine Idee. "Wie alle großen Ideen ist sie ganz einfach", schwärmt Nikolaus Gelpke, "und nicht leicht zu vermitteln. Mit mare wollte ich eine Zeitschrift machen, die die Welt aus der Sicht des Meeres beleuchtet." Vor fünf Jahren noch beargwöhnt, geht nun mitten in diesem Sommer der Zeitungs- und Verlagskrise das Projekt mare in die nächste Runde: Nach Zeitschrift und Fernsehsendung tritt nun der marebuchverlag an.

Zwei Jungs in einem Boot: Kennen gelernt haben sich Nikolaus Gelpke und Nikolaus Hansen 1997. Damals hatte Gelpke mit mare begonnen, als Meeresbiologe und langjähriger Assistent von Elisabeth Mann-Borgese zwar vertraut mit Ozeanischem, doch ohne jede Erfahrung als Zeitschriftenmacher.

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Hansen war noch Chef des Rowohlt Verlages. Bevor der heute 50-Jährige zu studieren begann, segelte er zwei Jahre lang um die Welt. Als Gelpke ihn für den Aufbau eines Buchverlages um Rat bat, kam der frühere Rowohlt-Chef selbst kurz entschlossen als Verleger und Mitinhaber an Bord.

Jetzt erscheinen die ersten elf Titel eines Programms, wie ich es mir als Liebhaber des Armchair-Travelling seit Jahren wünsche: Mit dem Holländer Alfred van Cleef geht es auf Die verirrte Insel namens Amsterdam

Charles Sprawson breitet Die Kulturgeschichte des Schwimmens seit der Antike aus

Douglas Stewart reportiert in Piraten das organisierte Verbrechen auf See, und der Roman Ein Kinderspiel des Triester Autors Pier Antonio Quarantotti Gambini aus dem Jahr 1947 soll an Musils Törleß erinnern. In der marebibliothek, die der Literaturkritiker Dennis Scheck herausgibt, werden Autoren wie Louis Begley, Nicholas Shakespeare, Felicitas Hoppe oder Sten Nadolny gebeten, ihr ganz persönliches Meeresbuch zu schreiben. In Meer von Robert Gernhardt paddelt der Dichter nautischen Unterströmungen in seinem Werk nach, schließlich war die Mutter Kapitänin in Tallinn. In Antje Rávic Strubels Erzählung Fremd gehen geht ein Kapitän der DDR-Marine um

dem Amerikaner David Foster Wallace begegneten auf einer Karibikkreuzfahrt "Sakkos von menstrualem Rosa". Das Meer ist ein weites Feld.

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