Funker, hört die Signale!

Seit dem teuren Kauf von VoiceStream galt die Deutsche Telekom als Geldvernichterin. Doch siehe da: Jetzt wird die US-Mobilfunktochterattraktiv und reif für die Fusion mit einem Rivalen

Still und leise verlief die Premiere. Gerade so, wie es sich für die größte Fernmeldegesellschaft Europas ganz und gar nicht gehört. Orte des Geschehens: Kalifornien und Nevada. Dort ging Mitte Juli der US-Mobilfunker VoiceStream an den Start - als T-Mobile, also erstmals mit dem Namen der neuen Mutter. Und das ist wiederum die Tochter der Deutschen Telekom. Schon bald, so der Plan des deutschen Fernmelderiesen, werden alle Familienmitglieder denselben Namen tragen. Global Branding nennt man das.

Das magentarote T soll fast ganz Amerika erobern. Denn VoiceStream, angesiedelt im Bundesstaat Washington, ist in weiteren 38 Bundesstaaten vertreten. Nach und nach wird die Firma landesweit umgetauft - vorausgesetzt, es bleibt bei dem ehrgeizigen Plan. Kalifornien und Nevada waren erst der Anfang. Eigentlich ein freudiges Ereignis, das es im großen Stil zu feiern galt. Doch gute Stimmung wollte so recht nicht aufkommen.

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Die Kundenzahl wächst rasant

Denn ausgerechnet jener Mann, der alles in Gang gesetzt hatte, war drei Tage vor dem T-Start in Amerikas Westen von seinem Job zurückgetreten: Ron Sommer, der langjährige Chef der Telekom. Fast genau ein Jahr zuvor hatte er den Kauf von VoiceStream besiegelt: "Willkommen im Team Telekom!", rief er damals den 15 000 amerikanischen Mitarbeitern zu.

Ironie der Geschichte: Ausgerechnet VoiceStream wurde Sommer zum Verhängnis.

Jedenfalls zum Teil. Kaum war der Deal abgeschlossen, hagelte es Kritik: Sommer habe sich die 5,4 Millionen Kunden zu teuer erkauft, hieß es.

Überhaupt seien seine Expansionspläne zu riskant, schimpften seine Kritiker schließlich immer öfter.

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