Helfer der Mimen

die zeit: Sie sind Ankleider am Theater. Können sich Schauspieler nicht allein ihre Kostüme anziehen?

Nigel Scott-Smith: Als Ankleider bin ich schon zwei Stunden vor der Vorstellung im Theater. Ich hole die Kostüme aus der Wäscherei, richte die Garderobe ein und hänge Handtücher hin. Alles muss bereitliegen, von den Schuhen bis zum Ohrring. Bei Kostümen, die kompliziert anzuziehen sind, helfe ich den Schauspielern. Beim Hamlet sind viele Schwerter umzuschnallen. Bei der Thalia-Inszenierung Edward II. tragen die Männer erst Frauenkleider, später Anzüge, da helfe ich beim Kostümwechsel.

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zeit: Sie erleben die Schauspieler in einer intimen Situation: beim An- und Ausziehen.

Scott-Smith: Man muss zu den Schauspielern ein gutes Verhältnis haben, denn man verbringt viel Zeit miteinander. Natürlich bekomme ich oft Privates mit, weiß um Probleme und Gefühle. Manche sind enttäuscht, weil sie eine Rolle nicht kriegen, andere sind aufgeregt und legen Patiencen, wieder andere scherzen. Wir lachen viel miteinander. Manchmal bin ich richtig traurig, wenn ein Schauspieler das Theater verlässt.

zeit: Gibt es so etwas wie eine Schweigepflicht?

Scott-Smith: Nein, aber was wir reden, ist privat, das geht niemanden etwas an, das bleibt unter uns.

zeit: Wie launenhaft sind die Schauspieler?

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