IWF: Ende der Sause

Alle müssen sparen - und häufig zwingt nicht zuletzt der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Mitgliedstaaten aus der Dritten Welt zu rigider Haushaltsführung. Jetzt hat der Deutsche IWF-Chef Horst Köhler gemeinsam mit seinem Kollegen von der Weltbank James Wolfensohn der eigenen Organisation eine Sparmaßnahme verordnet: Die Dauer der diesjährigen Jahrestagung von IWF und Weltbank Ende September, zu der Minister und Notenbankchefs aus 184 Mitgliedstaaten anreisen, wurde auf ein Wochenende verkürzt. Früher tagte und tafelte man in der Regel eine ganze Woche.

Allerdings bringt Köhler damit unter anderem auch die deutschen Banken in die Bredouille. Die Geldhäuser nutzen die Jahrestagungen durch eigene Empfänge, Pressekonferenzen und Veranstaltungen gern zur Selbstdarstellung und Kontaktpflege. Wegen der zeitlichen Bedrängnis haben die Deutsche und die Commerzbank zwar ihre Pressekonferenzen abgesagt, sonst aber halten sie am alten Brauch fest. Die Deutsche Bank lädt die Geldprominenz zu einem erlesenen Konzert mit der Academy of St Martin in the Fields in das Kennedy Center, die Commerzbank zur traditionellen Dampferfahrt auf dem Potomac.

Anzeige

Der Gastgeber der IWF- und Weltbank-Tagung im nächsten Jahr, Dubai, schätzt die neue Kürze überhaupt nicht. Denn das Emirat will sich den Gästen aus aller Welt mit einem üppigen Veranstaltungsprogramm als Finanz- und Handelszentrum präsentieren. whz

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service