"Liquide bleiben"
Bankmanager Harald Wenzel über Risikostreuung
die zeit: Wann geht es endlich wieder bergauf an den Aktienmärkten?
Harald Wenzel: Das ist eine schwierige Frage. Mittelfristig wird es sicher wieder aufwärts gehen, aber das ist ein dehnbarer Begriff. Derzeit sind die Märkte so volatil, dass es jederzeit so weit sein kann.
zeit: Was sollten Anleger tun, die erst einmal die weitere Börsenentwicklung abwarten wollen?
Wenzel: Wer sich im Moment nicht am Aktienmarkt engagieren, sondern liquide bleiben will, dem empfehlen wir Tagesgeld, Geldmarktfonds oder so genannte Floating Rate Notes. Das sind festverzinsliche Wertpapiere mit variablem Zinssatz. Bei allen Anlageformen ist das Geld jederzeit verfügbar und ein schneller Einstieg in die Aktienanlage möglich.
zeit: Lohnt es sich, einen Großteil des Portfolios in solche kurzfristigen Anlageformen umzuschichten?
Wenzel: Nein. Aktien und festverzinsliche Wertpapiere sollten überwiegen. Wer Aktien besitzt, sollte mit dem Verkauf warten, bis die Kurse wieder steigen.
Insgesamt empfehlen wir durchschnittlich risikobereiten Anlegern zurzeit einen Mix aus 40 Prozent Aktien, 50 Prozent Anleihen und 10 Prozent Liquidität. Die Liquidität garantieren Tagesgeld und Geldmarktfonds gleichermaßen.
- Datum 22.08.2002 - 14:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 35/2002
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