Mehr Power aus der StulleSeite 3/3
Die Functional-Food-Produkte, erklärte jüngst der VK-Mühlen-Chef Rolf Brack, seien "stark erklärungsbedürftig". Ohnehin stellen mit Ergänzungsstoffen angereicherte Nahrungsmittel ein Zwischending zwischen normalen Lebensmitteln und Arzneien dar. Mit krankheitsbezogenen Aussagen darf die Industrie jedoch nicht für Lebensmittel werben. All diesen Hemmnissen zum Trotz erwarten Marktforscher erhebliche Zuwachsraten für das Gesundheitssortiment im Handel (siehe Grafik).
Tomaten mit Beipackzettel
Schwieriger sind da allerdings die Prognosen für genveränderte Lebensmittel.
Der Traum von der Medizin in Tomate oder Banane muss wohl noch lange geträumt werden. Die Entwicklung dauert, laut Umfragen lehnen 80 Prozent der Deutschen die grüne Gentechnik ab, und sollte sich das ändern, sobald manipulierte Pflanzen bei bestimmten Krankheiten Heilung oder Linderung bringen, dann sind Prognosen immer noch schwierig. Denn bisher ist nichts über die richtige Dosierung solcher Lebensmittel-Arzneien, über die Reaktion des Immunsystems eines Menschen oder die Nebenwirkungen bekannt. (Ernährungswissenschaftler stehen aus dem gleichen Grund den Nahrungsergänzungsmitteln skeptisch gegenüber.)
Der klassische Weg, sich gesund und ausgewogen zu ernähren, führt somit wieder in den Supermarkt, auf den Wochenmarkt oder ins Reformhaus. Unter dem Motto "Bunt ist gesund", so Sven-David Müller vom D.I.E.T.-Verband, sollten die Mahlzeiten mit viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, wenig Alkohol, wenig Fleisch und Fett bestritten werden. Letzteres sollte vor allem pflanzlicher Herkunft sein. Wenn bloß die Bequemlichkeit nicht wäre.
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