Monaco: Kapitalflucht
Monaco gerät wieder mal ins Gerede. Was der x-te Untersuchungsbericht des französischen Parlaments - der große Freund und Nachbar des kleinen Stadtstaats stellt dort Regierung, Verwaltung und ein Drittel der Einwohner - nicht vermochte, gelingt jetzt dem Bestseller des Untersuchungsrichters Charles Duchaine. In seinem Erfahrungsbericht Als Richter in Monaco (Edition Lafon, Paris) erzählt er von Geldwäsche, Korruption und Amtsmissbrauch.
Einige der genannten hohen Beamten wurden auf sein Buch hin aus dem Verkehr gezogen. Und die feine Gesellschaft im Paradies der Superreichen beauftragte die Londoner PR-Agentur Bell Pottinger, den ramponierten schönen Schein aufzupolieren. Nichts als Ärger auch mit den benachbarten Italienern. Seit Silvio Berlusconi in Rom regiert, zog seine Amnestie für Steuersünder rund zehn Prozent des monegassischen Kapitals ab. Wozu waschen, wenn die schmutzige Weste plötzlich als strahlendstes Weiß durchgeht? van
- Datum 22.08.2002 - 14:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 35/2002
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