US-Airlines: Notzeichen

Am 11. September 2002 soll "der Himmel voller Amerikaner" sein, sagt Jacob Schorr, der Chef der amerikanischen Regionalfluggesellschaft Spirit Airlines.

Der patriotische CEO hat seinen Teil dazu beigetragen: Während fast alle anderen Airlines zum Terror-Jahrestag ihre Flüge zusammenstreichen, hat Schorr 13 400 Tickets umsonst verteilt. Binnen acht Stunden waren sie weg.

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Ein psychologischer Sieg über den Terror, aber noch kein finanzieller: Wie etliche Branchenkollegen steckt Spirit nämlich infolge des 11. September in bedrohlichen Finanznöten. Die amerikanischen Behörden helfen nur noch zögerlich: Der von der Bundesregierung speziell gegründete 10-Milliarden-Dollar-Fonds für Kreditgarantien in der Luftfahrt lehnte eben erst die Anträge Spirits und einer anderen Airline ab - wegen Zweifeln an ihrer langfristigen Zahlungsfähigkeit. Der Branchenriese United Airlines, der am 11. September zwei Maschinen verlor, fordert seine eigenen Garantien gerade mit einer massiven Drohung ein. Andernfalls müsse er bis November Insolvenz beantragen, wie erst kürzlich US Airways, und eine gewaltige Kette von wirtschaftlichen Schäden bei Partnergesellschaften, Flugzeug-Leasingfirmen und beim Hersteller Boeing hinterlassen. Ist gar keine Hilfe in Sicht? Doch - Robert Brooks, Chef der Restaurantkette Hooters, will die kürzlich Bankrott gegangene Fluglinie Vanguard übernehmen und ist zuversichtlich, dass er sie mit innovativem Service aufpäppeln kann. Hooters ist nun wirklich ein amerikanisches Nationalsymbol, wenn auch ein zweifelhaftes: Hooters-Kellnerinnen sind als zupackende "All American Girls" mit knappen Oberteilen berühmt. tf

 
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