"Das ist wie beim Poker"

Was tun, wenn die Kündigung droht? Ein Gespräch mit der Personalexpertin Maren Lehky

die zeit: Die Krise am Arbeitsmarkt trifft jetzt auch Menschen mit guter Ausbildung, die sich für kaum verwundbar hielten - was bedeutet das für das Verhältnis von Unternehmen und Mitarbeitern?

Maren Lehky: Die Mitarbeiter werden weniger kritisch und weniger kreativ. Der Einzelne wird vorsichtiger, weil er nicht mehr darauf vertrauen kann, dass er bleiben darf, wenn er nur einen guten Job macht. Nichts ist mehr sicher im Arbeitsleben, und das wird die Menschen prägen.

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zeit: Woran merke ich, ob ich gefährdet bin?

Lehky: Sie merken es an der betrieblichen Situation insgesamt, spätestens dann, wenn über Personaleinsparungen gesprochen wird. Oder im Einzelfall daran, dass Ihr Chef sich vor einer Begegnung unter vier Augen drückt, Sie nicht mehr in Zukunftsprojekte eingebunden, aus Informationskreisen ausgeschlossen werden. Dann ist es aber bereits fünf vor zwölf!

zeit: Kann ich etwas tun, um die Gefahr abzuwenden?

Lehky: Es geht immer um zwei Modelle: Bei der betriebsbedingten Kündigung trifft es Sie zum Beispiel im Rahmen eines Sozialplans, weil Sie zuletzt an Bord gekommen sind und dazu noch der jüngste Kollege sind, also nach dem Betriebsverfassungsgesetz der am wenigsten Schutzbedürftige. Dagegen können Sie kaum etwas tun. Gibt es mehrere gleichartige Jobs, auf denen Kollegen mit vergleichbaren Sozialdaten sitzen, dann haben Sie die besten Chancen, wenn Sie immer einwandfreie Leistungen gezeigt und sich sehr engagiert haben und Ihrem Chef, aus welchen Gründen auch immer, von Nutzen sind. Und sei es, dass Sie ihm am sympathischsten sind.

zeit: Und der andere Fall?

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