Grauer Markt

Ulrich Bahnsen: "Gestreckt, gepanscht, vergiftet", ZEIT Nr. 34

Arzneimittelfälschungen treten in den letzten Jahren vermehrt auch in Deutschland auf, sie stammen aus dem so genannten Grauen Markt. Hier werden von skrupellosen Geschäftemachern kostengünstige Arzneimittel, die eigentlich für den Klinikbedarf bestimmt sind, aufgekauft oder unter falschen Vorgaben von der pharmazeutischen Industrie in großen Mengen bezogen.

Die Arzneimittel werden dann in osteuropäischen Ländern mit gefälschten neuen Umverpackungen und Gebrauchsinformationen versehen, um sie mit einer großen Gewinnspanne an den pharmazeutischen Zwischenhandel im In- und Ausland zu veräußern. In einzelnen Fällen enthielten die Medikamente nicht die deklarierten Wirkstoffe. Beängstigend ist, dass ein Teil der Industrie, um seine Umsatzziele zu erreichen, diese illegalen Händler direkt mit Arzneimitteln beliefert, ohne zu wissen, wohin die Ware fließt, die Aufsichtsbehörden sich dieses Missstandes nicht annehmen und die Strafverfolgungsbehörden die Tragweite dieser kriminellen Geschäfte noch nicht erkannt haben.

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    • Quelle DIE ZEIT, 36/2002
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    • Schlagworte Arzneimittel | Sozialpolitik | Wirkstoff | Medikament | Industrie
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