Polieren geht über Reparieren
150 Euro für optische Aufbereitung bringen 500 Euro beim Verkauf des Autos: Das Aussehen zählt immer mehr
die zeit: Wie ist die Lage auf dem Gebrauchtwagenmarkt?
Jochen Hövekenmeier: Schwierig. Sie wird aber besser, denn die Leute sehen sich wieder verstärkt nach Gebrauchtem um. Es gibt deutliche regionale Unterschiede. In München werden Krücken verkauft, das ist der Wahnsinn. Im Ruhrgebiet gibt es dagegen ein großes Angebot und günstige Preise.
zeit: Was ist denn der beste Weg, um sein Auto zu verkaufen, wenn es nicht gerade zu den gefragtesten Modellen gehört? Lohnt sich der Weg nach Neustadt an der Ostsee, von wo aus die Autos ins Ausland verkauft werden?
Hövekenmeier: Wenn das ein Wagen ist, der sonst verschrottet wird, zahlt man Ihnen auch da nichts. Was zunehmend beliebter wird, sind Internet-Versteigerungen wie bei eBay. Auch auf die Gefahr hin, dass die Gebote niedriger ausfallen als erhofft. Aber die Aufmerksamkeit ist dort sehr hoch, und vor allem: Der Preis ist bindend. Wenn Sie hingegen erst einen dieser "Kaufe Ihr altes Auto, egal, welcher Zustand"-Inserenten zu Hause haben, erzählt der die tollsten Geschichten, warum er nun gerade Ihr Auto nur ganz schlecht im jeweiligen Exportland verkaufen kann. Da ist garantiert gerade eine Bestimmung in Kraft getreten, die genau das Baujahr Ihres Fahrzeugs betrifft. Die fangen an, runterzuhandeln, oder wollen sogar Anfahrtskosten ersetzt haben.
zeit: Sind Internet-Börsen nicht auch ein Mittel, um bundesweit auf sich aufmerksam zu machen?
Hövekenmeier: Seit für gewerbliche Händler die zweijährige Gewährleistungsfrist gilt, werden die immer undurchschaubarer. Private und gewerbliche Händler sind kaum noch zu unterscheiden, seit "private" Zwischenhändler eingeschaltet werden, um die Garantie zu umgehen. Diese "Privatverkäufer" haben dann 20 Wagen im Angebot.
zeit: Was ist ein leicht vermeidbarer Fehler beim Verkauf?
- Datum 29.08.2002 - 14:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 36/2002
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