Schaustück
Das Handwerkszeug der Globalisierung kann man jetzt in der Johannes a Lasco Bibliothek in Emden studieren. Columbus, Cook & Co. heißt die Ausstellung, die zeigt, wie Entdecker und Weltenbummler sich die Meere untertan machten. Jakobsstab, Sextant, Teleskop und Nachtuhr (oder, auf unserem Bild, ein hamburgischer Quintant von 1840) spiegeln nautischen Erfindungstrieb aus fünf Jahrhunderten. Doch sehenswert ist schon der Ort der Schau selbst. Denn die Bibliothek wurde erst vor wenigen Jahren in der Großen Kirche von Emden eingerichtet. 1943 hatten Bomben das prachtvolle gotische Gotteshaus zerstört. Jahrzehntelang dämmerte die Ruine vor sich hin, bis sie mit viel Liebe und Engagement zum Bücherhaus ausgebaut wurde. Dabei hatte man in der Großen Kirche - geschützt vor Sturm und Flut - bereits im 16.
Jahrhundert Geistesgut gehütet: eine Sammlung bedeutender theologischer Schriften, darunter Bände aus dem Besitz des Erasmus von Rotterdam und seines polnischen Freundes, des Reformators Johannes a Lasco. Heute zählt die Bibliothek mehr als 100 000 Bücher, eine ideale Kulisse für die Ausstellung, um neben den Instrumenten auch alte Atlanten und Seekarten zu zeigen - kunstvolles Ergebnis all der mühseligen Messungen nach Sonne, Mond und Sternen.
Johannes a Lasco Bibliothek, Kirchstr. 22, 26721 Emden
bis zum 22.
September: geöffnet Di-Fr 11-18, Sa 11-13.30 u. 14.30-17, So 14.30-17 Uhr (am 12., 13., 19. u. 20. September geschl.)
Eintritt 2,- Euro
Katalog 15,- Euro
- Datum 29.08.2002 - 14:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 36/2002
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