Thema Nummer eins: Umweltpolitik
H. Schuh: "Deutschlands Dämme brechen", Chr. Drösser und M. Rauner: "Aus allen Wolken gefallen", ZEIT Nr. 34
Darf man von einer "Woge der Hilfsbereitschaft" sprechen, oder ist das ein bisschen geschmacklos? Ertrinken wird jedenfalls niemand in der "Spendenflut".
Aus Parteizentralen gluckert die Losung, man dürfe die Flut nicht zum Wahlkampfthema machen. Wieso eigentlich? Wäre das pietätlos? Fühlen sich etwa Flutopfer verhöhnt, wenn einer laut darüber nachdenkt, wie man Katastrophen künftig vermeidet?
Es drängt sich der Verdacht auf, als sollen Dämme dagegen errichtet werden, dass so etwas wie Einsicht in die Köpfe der Menschen sickert. Die Einsicht nämlich, dass Umweltpolitik kein unbedeutendes Randthema ist, sondern das wichtigste überhaupt. Wenn das Klima verrückt spielt und die Umwelt baden geht, brechen eben auch Wirtschaft und Wohlstand zusammen. Wenn Energie und Ressourcen knapp werden, geraten Gesundheit, Frieden und Sicherheit ins Schwimmen, womöglich sogar Freiheit und Demokratie. Was heute nicht umweltverträglich, nachhaltig und vernetzt geplant wird, kann nicht überleben.
Aber die meisten tönen: Für umwälzende Diskussionen sei jetzt nicht die Zeit.
Dass bloß nicht noch mehr in Fluss gerate - genießen wir lieber mit feuchten Augen die Luftbilder der Dresdener Seenplatte, versenken wir uns wieder in die Haarfarbe von Gerhard Schröder, freuen wir uns glucksend auf die nächste "Kinder-statt-Inder"-Kampagne und grinsen wir mit Guido, der Welle des Westens: Politik soll schließlich Spaß machen!
Henning Busboom, Eisenach
Während wir in Australien unter Trockenheit leiden, gibt es in Europa Überschwemmungen. Aber auch zwischen Europa und Australien leiden die Menschen an Dürre in Afrika, Fluten in Indien und der so genannten Asian cloud, einer schmutzigen Smogschicht, die ganz Südostasien erstickt. Am 22.
- Datum 29.08.2002 - 14:00 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 36/2002
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren