: "Über Schröder kann man nicht singen"

Herbert Grönemeyer ist Deutschlands erfolgreichster Rockmusiker. Seine neue Platte "Mensch" bestätigt dies. Ein Gespräch über den Kanzler, dieKrise des Pop und die Kunst zu trauern

die zeit: Der VfL Bochum, Ihr alter Heimatverein, steht an der Spitze der Fußballbundesliga. Hätten Sie das für möglich gehalten?

Herbert Grönemeyer: Das find ich natürlich schrill. Nein, hätte ich nicht für möglich gehalten. Aber ich hab ja auch zum ersten Mal eine Nummereins-Single in meinem Leben.

zeit: Mögen Sie es, auf Ihre Wurzeln im Ruhrgebiet angesprochen zu werden, auf die Lieder über Bochum und Currywurst?

Grönemeyer: Ich komm ja aus dem Ruhrgebiet. Da hab ich meine maßgeblichen Lebensthemen und Lebenszeilen kennen gelernt. Ich würd sicher nicht dorthin zurückziehen, aber mich als Kind des Ruhrgebiets bezeichnen. Bis heute.

zeit: Welchen Grönemeyer-Klischees würde Herbert Grönemeyer gern entkommen?

Grönemeyer: Die Leute, die mich nicht kennen, denken vielleicht, ich sei ein mürrischer Grübler. Ich glaube aber, dass ich relativ heiter bin. Vielleicht nicht auf der neuen Platte, aber grundsätzlich hab ich schon viele Lieder geschrieben, die weniger ernst gemeint waren, als sie interpretiert wurden.

Ich stelle meine Musik zur Debatte und hab auch nichts dagegen, wenn Leute mich nicht mögen. Das zeigt ja, dass irgend 'ne Kante da ist, an der man sich reiben kann. Aber ich will keinen Klischees entkommen.

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