Es ist ein Mammutwerk. 15 Millionen Wörter vereint die Encyclopedia of Social and Behavioral Sciences in 26 gewichtigen Bänden. Zwei Herausgeber und 51 Subherausgeber haben 3842 Autoren aus 51 Ländern betreut. Ein Werk mit 4000 Artikeln aus 39 Sachgebieten - eine prestigeträchtige Bibliothekszierde aus dem Elsevier-Verlag, die 8935 Euro kostet.

Von der Anthropologie und Archäologie über die Psychologie und Soziologie bis zu den Umweltwissenschaften reicht das Spektrum der Disziplinen. Kaum ein Thema - sei es Aids, der Krieg gegen den Terrorismus oder der Zen-Buddhismus -, das nicht in einem knappen Fachartikel auf den Punkt gebracht würde. Unter dem Stichwort "Wahlsystem" zum Beispiel erfährt man, welche unterschiedlichen Wahlsysteme es gibt, bekommt erklärt, wie die sich auf Wahlergebnisse auswirken, und wird mit weiteren Querverweisen zu "Demokratietheorie", "Parteiensystem" oder der "Soziologie des Wählens" bedient. Im fünften Band, unter "Demokratie", steht alles zur Theorie und zu den Institutionen, zur Geschichte und den Varianten von Demokratie, bis der nächste Querverweis einen etwa zur Bürgerbeteiligung oder zur "öffentlichen Meinung" schickt. Und wer nicht ahnte, was man mit der "Wahl" alles wählt, den setzt das Netz der Stichwörter ins Bild.

Ein Sach- und Namensregister erleichtert die Orientierung unter den (alphabetisch geordneten) Einträgen. Noch bequemer soll die Navigation in der elektronischen Ausgabe der Enzyklopädie sein. Sie wird im Jahr 2004 online gehen und soll den Nutzern etwa ermöglichen, von den Lexikoneinträgen direkt in wissenschaftliche Zeitschriften zu gelangen.

Die Mehrheit der Autoren stellen Institutionen in den USA (2061), Deutschland (431) und Großbritannien (424). Insgesamt kommen 93 Prozent der Beiträge aus Europa und den USA. Osteuropäische, asiatische und afrikanische Forscher kommen kaum zu Wort. Gut 20 Prozent der Autoren sind Frauen.

Paul Baltes, der Deutsche im Herausgeberteam des neuen Nachschlagewerks, ist Experte für Entwicklungs- und Kognitionspsychologie. Er ist Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Sein amerikanischer Partner, der Soziologe Neil Smelser, leitet das Center for Advanced Study in the Behavioral Sciences in Stanford.