Vom Irak geht eine Gefahr für den Frieden aus. Eine Erfindung des amerikanischen Präsidenten ist diese Gefahr jedenfalls nicht. Aber ist die Bedrohung so groß und so akut, dass eine militärische Intervention unabwendbar wird?

Saddam Hussein hat zwei Länder überfallen (Iran und Kuwait), er hat Massenvernichtungswaffen entwickelt und eingesetzt (gegen Perser und irakische Kurden). Dreizehn Resolutionen des Weltsicherheitsrates forderten 1990 den Rückzug aus Kuwait und autorisierten 1991 die gewaltsame Vertreibung der Irakis. Nach dem Ende des Krieges verlangte die vierzehnte Resolution die Vernichtung aller atomaren, biologischen und chemischen Waffen - unter Aufsicht der Vereinten Nationen. Die Gemeinschaft der Staaten hat damals genau erkannt, wie gefährlich ABC-Waffen in Saddams Hand für die Welt sind.

Gut sieben Jahre lang belog, bedrohte und behinderte Saddam die Waffeninspektoren der UN, unter ihnen bizarrerweise auch CIA-Spione. Was geschah, um den Druck auf sein Regime zu erhöhen, fasst der frühere US-Außenminister George Shultz so zusammen: "Sanktionen, Embargos, militärische Aufmärsche als Drohkulisse, begrenzte Bombardements und Raketenangriffe, Aufbau einer Opposition, Anreize durch das Programm Öl für Frieden, Diplomatie in allen ihren Formen - nichts hat funktioniert."

Trotzdem waren die Inspektoren nicht erfolglos. Sie entdeckten das geheime Nuklearprogramm sowie Bio- und Chemiewaffen. Irakische Überläufer verrieten, was versteckt worden war. Mit großer Sicherheit besaß Saddam noch biologische und chemische Kampfstoffe, als er die Inspektoren 1998 aus dem Land jagte.

Niemand wird glauben, der Diktator habe seither seine Idée fixe aufgegeben: die wirkungsvollsten Waffen für Massenmord und Erpressung von Staaten anzuschaffen.

Gewalt als letztes Mittel

Der Weltgemeinschaft bieten sich drei Handlungsoptionen.