Eichhörnchenliebhaben
Tolle Sache, die tollen Hefte. Zuerst gab es sie im Maro Verlag, Augsburg, jetzt in der Edition der Büchergilde Gutenberg. Armin Abmeier in Heidelberg (ach, Heidelberg!) gibt sie heraus, und die tollsten Künstler überhaupt malen und zeichnen sie voll: Rotraut Susanne Berner zum Beispiel, Yvonne Kuschel, Anke Feuchtenberger, Moritz Götze ... Zweiunddreißig Seiten.
Das neue Heft ist voller Eichhörnchen. Axel Scheffler aus London, der bedeutendste europäische Eichhörnchenkünstler (Eichhörnchenbilder in allen großen Museen der Welt), hat sie gezeichnet. Man hört sie rascheln, kratzen, knacken (Nüsse), sich die Zähne putzen, Füße waschen. Es geht nicht um wilde Tiere, sondern um Stubenhörnchen, wie man sie pflegt und richtig liebhat.
Eichhörnchenliebhaben ist eine der schönsten menschlichen Daseinsformen überhaupt! Den kurzen Text dazu, aus einer englischen Enzyklopädie von 1910, hat Harry Rowohlt übersetzt. Außerdem liegt, als Leporello, ein Auszug aus einem barocken deutschen Thier-Buch bey, aus dem Gesnerus redivivus auctus et emendatus, mit einem Wort: toll.
Axel Scheffler/Harry Rowohlt: Über das Halten von Eichhörnchen Edition der Büchergilde Gutenberg (frei erhältlich), Frankfurt a. M. 2002
32 S. (plus Leporello), 16,90 e
- Datum 12.09.2002 - 14:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 38/2002
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