Der Privatgelehrte mit der Spitznase, die so vorwitzig in die Luft sticht, wischte die Einladung mit hoheitlicher Kühle beiseite. Was er zu sagen habe, stehe in seinen Büchern, beschied Oskar Lafontaine die Briefsteller von der PDS, die den Weltwirtschaftstheoretiker von der Saar ins Gespräch über eine "soziale, solidarische, ökologische und demokratische Modernisierung" und damit also über die Alternative zur "primär neoliberalen" Gesellschaft ziehen wollten. Nein, beteuerten die Absender Gysi und Brie dem einstigen SPD-Chef, sie wollten keineswegs "für eine wie immer geartete Zusammenarbeit zwischen der SPD und der PDS auf Bundesebene" werben. - Ein Schurke, wer sie verdächtigt, dem Kanzler mit einem Tritt vors Schienbein heimzuzahlen, dass er sich nicht von der Ex-SED wiederwählen lassen will. Ein Schuft, wer ihnen nachsagt, sie spekulierten auf den Untergang Schröders und suchten - noch vor dem Comeback - die Nähe seines innigsten Parteifeindes.

Ein Hundsfott, der behauptet, Gysi habe sich mit einem virtuosen "Oskar" aus dem Senatssitz katapultiert, weil er klammheimlich hofft, beim Aufbau einer linken, antiamerikanischen Oppositionsfront an der Seite Lafontaines rascher zu reüssieren als in seinem spröden Amt. Genosse Gregor kennt weder List noch Arg. -pp