Als SPD und PDS 1998 in Schwerin die Regierung übernahmen, war die Empörung groß. Heute schreibt selbst das Handelsblatt, die Bilanz sei "gar nicht mal schlecht". Die Umfragen sprechen für eine Neuauflage der Koalition: Die SPD liegt bei 37 Prozent (1998: 34,3), die CDU bei 34 (30,2) und die PDS bei 18 (24,4). FDP und Grüne liegen unter 5 Prozent.

Ihr wichtigstes Versprechen, 20 000 weniger Arbeitslose innerhalb von vier Jahren, hat die Regierung nicht gehalten. Sie lobt sich bereits dafür, dass die Zahl im Vergleich zu 1998 nicht gestiegen ist. Schon eine Zahl illustriert die Strukturprobleme des Landes: 1990 arbeiteten mehr als 100 000 Menschen in der Land- und Forstwirtschaft, heute sind es noch gut 35 000. So bleibt "M-V" mit 17,9 Prozent das Bundesland mit der zweithöchsten Arbeitslosenquote. Kein Wunder, dass jedes Jahr Tausende Menschen abwandern - vor allem junge und gut ausgebildete.

Größter Erfolg von Rot-Rot ist die Konsolidierung des Landeshaushaltes. 1998, als die CDU/SPD-Koalition abtrat, betrug die Nettokreditaufnahme 660 Millionen Euro, heute sind es noch 332 Millionen. Ministerpräsident Harald Ringstorff ist es gelungen, die PDS am kurzen Zügel zu halten. Er hat sich als knorriger Landesvater etabliert. alf