Von wegen amerikanische Umweltsünder: In Kalifornien fahren sie jetzt die saubersten Autos der Welt. Das versichert zumindest eine ungewöhnliche Koalition an der West Coast: Professor Joseph Norbeck von der University of California, die Autohersteller Honda und Nissan und der Benzinkonzern Chevron Texaco. Der Professor beaufsichtigt gerade einen dreijährigen Versuch mit fortschrittlichen Benzinmotoren, die schwefelarmes Benzin tanken und den Verbrennungsvorgang ganz exakt mit Chips steuern. Vorläufiges Ergebnis: "Auf Nullemissionen kommt man damit nicht herunter", sagt Norbeck, "aber nahe dran."

Jedenfalls unterschreiten die Testautos deutlich die strengsten Emissionsrichtlinien im smoggeplagten Kalifornien, den so genannten Sulev-Standard. Der ist auch strenger als alle Auflagen in Europa - "wobei der Unterschied eben ist, dass ihn in Amerika noch nicht jeder einhalten muss. Im Schnitt sind die deutschen Autos deutlich schadstofffreier", sagt Axel Friedrich vom Umweltbundesamt. Nach seinen Informationen wissen deutsche Unternehmen längst, wie man solche Motoren baut, aber es tut keiner. In Kalifornien hingegen stecken sie ab 2003 standardmäßig in kalifornischen Nissan Sentras und Honda Accords. "Das zeigt, dass die Branche mehr tun kann, als das Gesetz vorschreibt", resümiert die Umweltgruppe Sierra Club - die freilich noch im Februar demonstrativ mit Elektroautos um das Kapitol gefahren war. Umweltschützer fürchten jetzt, dass die neue Technik solche teureren, aber noch viel saubereren Methoden von vornherein ausschalten könnte.