Europäische Versicherungen sind Zocker. Viel stärker als ihre Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten setzen sie auf Aktien. Das hat eine Studie der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley ergeben. Im Durchschnitt haben amerikanische Versicherer nur 4 Prozent ihrer Gelder in Aktien investiert, in Europa sind es 30 Prozent. Den heißesten Ritt unternimmt die Allianz, so Rob Procter, Analyst von Morgan Stanley. Keine andere europäische Gesellschaft ist so stark den Launen des Aktienmarktes ausgesetzt.

Im vergangenen Jahr und dem Jahr 2000, als die Kurse bereits sanken, haben viele Versicherer ihre Aktienpositionen sogar noch kräftig aufgestockt. So wurden fast 40 Prozent der Neuanlagen in den vergangenen zwei Jahren an der Börse investiert. Sollten die Aktienkurse weiter fallen, schmelzen die Reserven, und die Ansprüche der Versicherten sind nicht mehr gewährleistet.