Gewaltig, die rot-braunen Bauten in Chesterfield, am Rande von St. Louis.

Aus der Ferne könnte man sie für riesige Parkhäuser halten. Drinnen wird schnell klar, dass hier Großes geschieht. Stolz zeigt der Führer Labore, Testkammern und Treibhäuser. "Spitzenforschung der Weltklasse" werde hier betrieben, sagt er. Über tausend Mitarbeiter arbeiten im Life Sciences Research Center der Firma Monsanto. Auf einem Hektar Dachfläche drängen sich Gewächshäuser, von Computern gesteuert. Große Lastenaufzüge verbinden Etagen voller Wachstumskammern, in denen hinter Stahltüren, in streng kontrollierter Umgebung, die Pflanzen von morgen gedeihen. Das Brummen der Maschinen erinnert an eine Intensivstation. Hier wachsen, in grellem Kunstlicht, Sojabohnen, über blaue Schläuche mit Wasser und Dünger versorgt. Nebenan reift der Weizen, in Kammern, die kühlere, dunklere Gefilde simulieren. Und dort, wo es so heiß und feucht ist, sprießt Baumwolle in allen Stadien.

"Unser wohl erfolgreichstes Produkt", meint der Führer. "Das wächst in aller Welt."

Monsanto, einst eine Chemiefabrik, ist zum weltumspannenden Life-Sciences-Imperium geworden. Vor allem in den USA, aber auch in Kanada, Argentinien, Südafrika, China und Indien wachsen heute Pflanzen aus dem Hause Monsanto. Seit 1998 sprießt gentechnisch veränderter Mais, mit einer Sondergenehmigung des Bundessortenamtes, sogar auf einigen hundert Hektar in Deutschland. Dennoch ist der Konzern in die Krise geraten. Er hat mit ökonomischen Rückschlägen zu kämpfen und, insbesondere in Europa, noch immer mit dem Widerstand von Umweltschützern und Genkritikern. Mit einer neuen Strategie und politischem Druck aus Washington will man nun auch in der EU Fuß fassen.

Bei Monsanto, wie bei anderen Genkonzernen, lautet die Devise: Mehr "sichtbaren Nutzen" schaffen. Die grüne Gentechnik soll nicht nur die Landwirtschaft vereinfachen, sondern künftig auch bessere, nährstoffreichere Nahrung bieten, Kranke heilen und Energieprobleme lösen. Der "Goldene Reis" - mit erhöhtem Vitamin-A-Gehalt - gilt als Vorbote dieser neuen Nahrungsmittel, die den Welthunger stillen sollen. In Werbespots versprach die Branche "Lösungen, die unser Leben heute verbessern und unsere Welt morgen".

Untermalt war die Botschaft mit Kindergesichtern, Sonnenaufgängen und sanfter Musik.

Die Träume fliegen weit. Ihr Ziel, sagen Forscher im Donald Danforth Plant Science Center, einem Forschungszentrum am Rande des großen Monsanto-Firmenareals, seien Pharmapflanzen mit eingebauter medizinischer Wirkung, "nahrungsbasierte Impfstoffe" und "Pflanzenfabriken", die Biomaterialien aller Art herstellen, Baumwolle in verschiedenen Farben zum Beispiel. "Wir haben jetzt die Technologie, um alles zu verbessern, was Menschen anbauen", freut sich Monsanto-Manager Robb Fraley. "Wir stehen da, wo die Elektronik mit dem ersten Transistorradio stand."