Dies ist eine Woche der Entscheidung. George W. Bush, daran gibt es nun keinen Zweifel mehr, ist zum Krieg gegen den Irak entschlossen, wenn Saddam Hussein die ultimativ vorgetragene Forderung nach Abrüstung nicht umgehend und vollständig erfüllt.

In einer eindringlichen Rede an die Nation hat der amerikanische Präsident noch einmal seine Argumente aufgeführt, warum er den Kongress um die Autorisierung militärischer Gewalt bittet: Iraks Besitz an biologischen und chemischen Waffen, das Basteln an der Atombombe, die Zusammenarbeit mit dem internationalen Terrorismus. Auch wenn der letzte Beweis fehle: Amerika könne nicht auf den "rauchenden Colt in Form eines Atompilzes" warten.

Wieder, wie schon beim Eingreifen in Afghanistan, hat Bush nicht überstürzt gehandelt, wenn auch durch Gegenargumente ziemlich unbeirrbar. Schritt um Schritt hat er sich die politische Unterstützung für einen Krieg gegen den Irak gesichert.

Der Kongress wird den Präsidenten mit großer Mehrheit ermächtigen, Saddam notfalls mit Gewalt zu stürzen. Mag auch mancher skeptisch sein: Am Ende werden sich Abgeordnete und Senatoren hinter ihrem Präsidenten und unter dem Sternenbanner versammeln.

Abgestimmt wird aber nicht nur auf dem Kapitolshügel, sondern auch im UN-Sicherheitsrat. Dabei hat die Regierung Bush nicht plötzlich ihr Herz für die Vereinten Nationen entdeckt. Aber sie hat - dem Drängen des eigenen Außenministers Colin Powell sei Dank - begriffen, ein welch hohes Gut die völkerrechtliche Legitimität selbst für die stärkste Macht auf Erden ist.

Himmel und Hölle

Anders als für die Europäer ist für die Amerikaner gemeinsames Handeln eine Frage der Praktikabilität. George W. Bushs Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice schrieb vor zwei Jahren, noch im Wahlkampf, multilaterale Abkommen und Institutionen seien kein Selbstzweck: "Macht zählt." Aber auch Mächtige können sich täuschen.