Porträt Der Narziss von Caracas
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Venezuela, fünftgrößter Ölexporteur der Welt, wird von einem Exzentriker regiert. Präsident Hugo Chávez duzt den Papst, lässt auf Regimegegner schießen und schasst Manager in seiner eigenen Fernsehshow
Der Palast des venezolanischen Präsidenten steht auf einer Anhöhe über dem alten Stadtzentrum von Caracas. Das Gebäude des Herrschers trägt den schönen Namen Miraflores – was so viel bedeutet wie: Sieh, die Blumen. Im Spiegelsaal des Palastes hängen überlebensgroße Porträts des Nationalhelden Simón Bolívar an den Wänden. Der Präsident sitzt an einem mit Furniereinlagen verzierten Tisch, die Beine leicht angewinkelt voreinander gesetzt – eine Pose, wie man sie von Königsporträts aus dem 19. Jahrhundert kennt. Sein Blick konzentriert sich auf eine vor dem Tisch postierte Kamera. Er trägt eine dunkelblaue Arbeiterjacke mit den Insignien eines Stahlwerks.
Gleich ist er wieder auf Sendung, der Präsident – Hugo Chávez Frias. Ein vom Putschisten zum gewählten Staatsoberhaupt avancierter Leutnant und selbst ernannter Revolutionär. In wenigen Minuten tritt er mit einer eigenen Fernsehshow vor sein Volk wie fast immer an einem Sonntag. Die Sendung heißt Aló Presidente. Chávez fungiert in der sechsstündigen Mischung aus Bibelstunde, politischer Schulung, Phone-in und volkstümlicher Witzelei als Moderator, Hauptdarsteller und Alleinunterhalter. Aló Presidente spielt in der venezolanischen Politik eine wichtigere Rolle als Kabinettssitzungen oder Debatten in der Nationalversammlung. Minister hören vor dem Fernsehschirm oft zum ersten Mal von neuen Vorhaben des Präsidenten. In der Sendung am 7. April dieses Jahres entließ er den gesamten Vorstand des staatlichen Ölkonzerns PDVSA, weil er den Managern unterstellte, gegen ihn zu arbeiten. Er trat in der Fernsehshow wie ein Baseballschiedsrichter auf, rief nacheinander die Namen der Direktoren, trillerte auf seiner Pfeife und entschied jedes Mal: „Du bist draußen!“
Das englische Intellektuellenmagazin Prospect nannte den unkonventionellen Staatschef einen „von einer eklektischen Mischung aus Thatcherismus und Castro-Ideologie beseelten Tölpelmarxisten und postmodernen Showman“. Der stämmige Chávez ist freilich nicht der Führer einer Bananenrepublik. Venezuela ist der fünftgrößte Ölexporteur der Welt. Vor allem die USA sind auf venezolanisches Öl angewiesen. Ganz besonders jetzt, im Vorfeld eines möglichen Krieges gegen den Irak. Venezuelas Ölkonzern PDVSA ist folglich weit mehr als nur ein Großunternehmen. Dort lagert auch die Macht der Präsidenten.
Seit seiner Wahl im Jahr 1998 strapaziert Chávez die Beziehungen zu den USA aufs äußerste. Er besuchte als einziges Staatsoberhaupt seit dem Golfkrieg 1991 Saddam Hussein. Er knüpfte enge Beziehungen zu dem Iran und Libyen. Er freundete sich mit Castro an und liefert verbilligtes Öl nach Kuba. In der Opec, der Organisation der Ölproduzenten, deren Quoten sein Land zuvor routinemäßig überschritten hatte, trieb er das internationale Preisniveau durch strikte Kontingentierung in die Höhe.
Obendrein sperrte er seinen Luftraum für amerikanische Flugzeuge, die kolumbianische Drogenschmuggler über venezolanisches Hoheitsgebiet verfolgen wollten. Er wies die amerikanische Militärmission in Caracas aus. Er krönte die Geschichte der Provokationen in New York, wo er als Ehrengast zu einem Lunch mit Bankiers und Finanziers ins Hotel Waldorf-Astoria geladen war. Neben ihm saß der „lateinamerikanische Königsmacher“ des mächtigen Geldhauses Citigroup, Bill Rhodes. Der versuchte immer wieder, Chávez in ein Gespräch zu verwickeln – vergeblich. Der venezolanische Präsident schwatzte mit allen und jedem, vor allem mit den Kellnern und Kellnerinnen, nur nicht mit seinem Tischnachbarn. In Südamerika, wo es mit der Reputation der USA ohnehin nicht zum Besten steht, brachte Chávez es mit solchen Auftritten zum Volkshelden.
Der Präsident zeigt sich dem Volk in einer Arbeiterjacke
Neben dem Eingang zum Spiegelsaal im Präsidentenpalast steht ein Monitor mit dem Bild, das die Zuschauer zu Hause empfangen. Sie sehen nichts von den Kronleuchtern, Gemälden und vergoldeten Stühlen, nur den Präsidenten in seiner Arbeiterjacke. Und manchmal die neben ihm sitzende Informationsministerin. Wie die ihn anhimmelt! Wie ein Groupie. Bei jedem Scherz, den er macht, lächelt die Frau in den mittleren Jahren aufmunternd, manchmal fast devot. Hin und wieder belohnt der Präsident die Ministerin, indem er seine Hand gütig auf ihren Unterarm legt.
Die linke Hand. Viele staatstragende Gesten macht er mit ihr. Schreiben, Kaffeetrinken, Gestikulieren. Das verleiht seiner Erscheinung eine liebenswert anmutende Unbeholfenheit. Die Rechte gebraucht er bei offiziellen Anlässen nur beim Begrüßen, sein Händedruck ist fest. Chávez’ Stimme klingt sonor und angenehm. Er spricht ruhig. Und schier endlos.
Was kann ein Präsident sechs Stunden lang sagen? Immer wieder erzählt er Anekdoten aus dem Leben Bolívars. Bolívar, ein 1783 in Caracas geborener Edelmann, studierte, das kann man in Geschichtsbüchern nachlesen, Jura in Madrid, bereiste Europa und die Vereinigten Staaten. Dort „lernte er deren freie Einrichtungen kennen und fasste den Plan, das Beispiel Washingtons nachzuahmen und sein Vaterland zu befreien“. 1813 besiegte er die spanische Armee. Danach befreite er auch das heutige Kolumbien sowie Bolivien und Ecuador von der Kolonialherrschaft. Am Ende schwang er sich zum Alleinherrscher auf, 1829 zwangen ihn seine Landsleute zum Rücktritt.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der gestrauchelte Held zur Kultfigur des venezolanischen Nationalismus. Die Hauptplätze fast jeder Stadt und die Währung wurden nach ihm benannt. Venezuela heißt jetzt Bolivarianische Republik und befindet sich angeblich inmitten einer „bolivarianischen Revolution“. Es hat eine „bolivarianische Verfassung“, ein blaues Büchlein im Format der Mao-Bibel, mit dessen Inhalt jede Aussage belegt wird.
Regimekritiker behaupten, der Begriff „bolivarianisch“ sei inhaltsleer und nur „ein emotionales Alibi, um das Fehlen eines politischen Programms zu übertünchen“. Statt einer politischen Bewegung habe der Präsident einen Persönlichkeitskult geschaffen. Chávez mache sich den Staat zur Beute, meinen die Kritiker: „Er glaubt, was gut für ihn ist, ist gut für Venezuela.“
Die Chavistas, seine treuesten Anhänger, beteuern dagegen, dass es in der Revolution darum gehe, „bolivarianisches Bewusstsein und Denken zu erzeugen“. Die Bolivarianische Republik suche Frieden und Freiheit allerdings nicht in einer repräsentativen, sondern in einer „partizipatorischen und protagonistischen Demokratie“. Um diese durchzusetzen, werden die revolutionären Massen seit einem halben Jahr in bolivarianischen Zirkeln organisiert. Manche dieser Zirkel sind bewaffnet.
1998 stimmten rund 56 Prozent der Wähler für Chávez. Einige Bürgerliche glaubten, er werde den Kampf gegen Verbrecher aufnehmen. Er hatte einen Arbeitsdienst und Arbeitslager für Kriminelle versprochen. Arbeiter und Linke stimmten für ihn, weil sie seiner sozialrevolutionären Rhetorik vertrauten. Inzwischen ist die Zahl seiner Anhänger auf 30 bis 35 Prozent der Bevölkerung geschrumpft. Die Opposition reicht vom Unternehmerverband bis zum Gewerkschaftsbund, von der katholischen Kirche bis zu kommunistischen Jugendgruppen. Am 11. April dieses Jahres marschierten Hunderttausende Regimegegner nach einer Großkundgebung zum Präsidentenpalast. Scharfschützen schossen von den Dächern zweier Hotels und etlicher öffentlicher Gebäude in die Menge. 17 Menschen starben, Hunderte wurden verletzt. Chávez gab den Befehl, Panzer auffahren zu lassen. Generäle, die mit der Opposition sympathisierten, verweigerten den Befehl. Chávez willigte ein, Miraflores zu räumen. Die Generäle verfrachteten ihn auf die entlegene Insel La Orchila in der Karibik.
Zwei Tage später war Chávez wieder im Amt. Ihm treue Armeeeinheiten brachten ihn im Hubschrauber zurück. Acht bis zehn Millionen Menschen – doppelt so viele wie die Einwohnerschaft von Caracas – seien es gewesen, behauptet Chávez jetzt, die auf langen Märschen nach Miraflores zogen, um die Revolution zu retten.
Ende vergangener Woche machte die Opposition im Land erneut gegen Hugo Chávez mobil. Schätzungsweise eine Million Demonstranten forderten in Caracas den sofortigen Rücktritt des Präsidenten, während zur selben Zeit eine große Gruppe von Chávez-Anhängern ihr Idol feierte. Da zeigte sich der Präsident dem Volk mit einer roten Baskenmütze, einem Symbol der bolivarianischen Revolution.
Chávez nennt Oppositionelle „Dreckspack“ und „Schleimbeutel“. Er stellte die wichtigsten Innenstadtbezirke unter Militärverwaltung. Journalisten regimekritischer Zeitungen und Fernsehstationen werden regelmäßig von seinen Anhängern angepöbelt – und auch angegriffen. Die meisten Angehörigen des Mittelstandes wagen sich nicht mehr auf den Plaza Bolívar, den aggressive Chavistas wie ein Ausnahmegebiet besetzt halten. Wenn Chávez außerhalb des Palastes Reden hält, wird er von Dutzenden Leibwächtern umringt. Selbst hier in Miraflores steht während der Fernsehaufnahme ständig ein Aufpasser im Eingang des Spiegelsaals, der eine doppelt aufgeknüpfte Bleidecke trägt. Die schusssichere Bedeckung ist so schwer, dass jeder Bewacher nur zehn Minuten lang durchhält.
Auf die Jugend Venezuelas freilich ist Verlass. Das jedenfalls ist die Lehre, die der Präsident für sich, wie er gerade im Fernsehen berichtet, von einer Veranstaltung mitgebracht hat. Zu einer großen Sporthalle am Stadtrand von Caracas strömten Busse aus dem ganzen Land. Die Passagiere, Schüler und Studenten, hatten Chavistas-Slogans in den Staub der Busfenster gemalt. Manche trugen Ché-Guevara-Stirnbänder, andere die roten Mützen der bolivarianischen Zirkel. Sie kamen zur ersten Nationalversammlung des bolivarianischen Studentenbundes.
Das weite Rund fasst über zehntausend Besucher. Nur halb voll wurde es. Deshalb schafften die Organisatoren eilig Hunderte ortsansässige Chavistas heran. Eine Band sang: „Ruhm und Ehre sei unserem kühnen Führer Hugo Chávez Frias.“ – „Das ist die Kultur des Volkes!“, schrien Agitatoren in Mikrofone. Sie zählten die Sünden auf, die von der Revolution beseitigt würden: „Neoliberalismus, Individualismus, Coca-Cola und McDonald’s.“ Endlich kam der comandante. Ein Leuchtkegel suchte ihn wie einen Elvis Presley, wenn er auf die Bühne sprang. Fand ihn. Und die Zuschauer kreischten.
Hugo Chávez grüßte die wilde Menge, umarmte Ehrengäste, küsste Frauen. „Viva Chávez!“, brüllten die Agitatoren. Der Präsident hüpfte mit einer indianischen Tanztruppe über die Bühne. Zog sich grinsend eine schwarze Skateboarder-Mütze auf, die ein Student ihm zuwarf. Schließlich trat er selbst ans Mikrofon. Redete eine Stunde lang, ohne Manuskript, ohne jede Notiz. „Zu Zweifeln heißt verlieren. Fürchtet nichts. Schreitet in Einheit voran.“
„Die echte Revolution ist eine fast himmlische Hingabe!“
Eine Stunde lang stand er absolut still. Nur die Arme schossen wieder und wieder in die Höhe. „Die echte Revolution ist ein Lebensstil. Es ist eine fast himmlische Hingabe. Doch vergesst nicht, sie erfordert auch Opfer. Einige von euch erzählten mir vorhin, ihre Freundinnen hätten sie wegen ihrer Leidenschaft für die Revolution fallen gelassen, aber sie nähmen das auf sich. Das sind echte Patrioten! Wir sind in unserer Liebe und in unserem Glauben an die Revolution vereint!“ Als der Präsident geendet hatte, stürmte die Menge kreischend nach vorne zur Bühne.
Hugo Chávez versteht es ebenfalls, ausländische Journalisten für sich einzunehmen. Der ehemalige Guardian-Redakteur Richard Gott schrieb eine Chávez-Biografie und nannte dessen Revolution darin ein „einzigartiges Experiment“, das „sich als zukunftsweisend für Lateinamerika erweisen könnte“. Jon Lee Anderson, Starreporter des Magazins The New Yorker, stellte den Staatschef als erfüllten Idealisten vor. Jetzt steht eine bildhübsche Reporterin der arabischen TV-Station al-Dschasira vor dem Spiegelsaal im Präsidentenpalast und schwärmt verzaubert: „Er ist eine ganz, ganz besondere Persönlichkeit.“
Verfallen die Korrespondenten dem Charme seines als Sozialrevolution verkleideten Faschismus, weil sie in Chávez einen bulligen Vorkämpfer gegen Globalisierung und Neoliberalismus sehen wollen? Oder können sie schlicht seiner Ausstrahlung nicht widerstehen, wie eine einheimische Journalistin vermutet?
Helma Marksman kennt dieses Gefühl. Sie war neun Jahre lang seine Mätresse. Die Affäre begann am 17. April 1984. Sie kann sich genau an den Tag erinnern. Der damals 30-jährige Leutnant war verheiratet und Vater zweier kleiner Kinder. Sie ist vier Jahre älter als er. Sie hatte sich scheiden lassen und war mit ihrer Tochter nach Caracas gezogen. Im Haus einer Freundin feierte eine Gruppe Offiziere damals eine Party. Chávez winkte sie zu sich heran. „Wir unterhielten uns. Wir sprachen über Politik. Er sorgte sich über Zustände in der Armee, ich mich über das katastrophale Erziehungssystem.“
Später am Abend rezitierte er Gedichte und sang. Chávez ist kein großer Sänger, aber er hat keine Hemmungen, bei jeder Gelegenheit und vor jedem Publikum unbefangen Lieder anzustimmen. Frau Marksman fing auf der Stelle Feuer. „Wir ergänzten uns prächtig“, erzählt sie. „Zusammen schufen wir das bolivarianische Projekt. Wir waren Romantiker. Wir träumten von einer besseren Zukunft.“
Etwa zwei Jahre vor Beginn der Romanze hatte Chávez mit anderen Offizieren eine geheime Zelle gebildet. Am 17. Dezember 1982 schworen die Rebellen sich „und dem Gott unserer Väter“ in einer feierlichen Zeremonie unter einem weit ausladenden Baum, „dass wir unseren Arm nicht entspannen und die Seele nicht ruhen lassen werden, als bis wir die Ketten, die uns fesseln, abgeworfen haben“. Sie legten den Schwur genau so ab, wie Bolívar ihn 1805 vorgesprochen hatte. Es gibt ein Foto aus der Zeit, auf dem Leutnant Chávez wie ein schmächtiger Rekrut aussieht. Später erklärte er, das pluralistische System, das 1958 die Diktatur abgelöst hatte und lange Zeit als die stabilste Demokratie Lateinamerikas galt, habe sich von dem alten Regime so gut wie nicht unterschieden: „Dem Volk wurde in beiden Systemen grundlegende Menschenrechte und ihr Selbstbestimmungsrecht verweigert.“
1992 versuchten Chávez und seine Mitverschwörer das System zu kippen. In der Provinz war der Putsch erfolgreich. In Caracas, wo Chávez die Rebellion befehligte, schlug sie fehl. Die Putschisten wurden zwei Jahre lang ins Gefängnis gesperrt. Bevor er abgeführt wurde, gelang es Chávez, sich in einer kurzen Fernsehansprache vom Mister Nobody zur Hauptfigur venezolanischer Politik aufzuschwingen. Er übernahm die Verantwortung für den Staatsstreich und versprach: „Neue Gelegenheiten werden sich ergeben. Eine bessere Zukunft liegt vor uns.“ In 32 Sekunden wurde er zum Volkshelden.
Seine Haftzeit wird von seinen Anhängern mythisch verklärt. Jeden Morgen, heißt es, habe er sich vor eine Büste Bolívars gesetzt und mit ihm gesprochen. In Wirklichkeit war das Gefängnis für Chávez ein ziemlich modernes Kommunikationszentrum. Er besaß zwei Mobiltelefone und unterhielt sich mit dem ganzen Land. Er und seine Mitgefangenen feierten nächtelang. Besucher kamen in Scharen. Manche fanden sich nur ein, um ihn zu berühren. Eine Frau warf sich zitternd vor ihm auf den Boden. Eine andere schickte ihm einen Brief und bot sich ihm für zwei Stunden an, damit er spüre, was eine echte Frau ihm geben könne.
Helma Marksman sagte einmal zu ihm: „Wer vergöttert wird wie du, wird eitel und süchtig.“ Er antwortete: „Mach dir keine Sorgen! Ich stehe mit beiden Beinen auf der Erde.“
Das war 1992. Ein Jahr später bemerkte sie die ersten Veränderungen bei ihm. Sie beobachtete, dass Chávez ungeduldig, intolerant und rechthaberisch wurde. Sie schließt bei der Erinnerung daran die Augen. 1993 war das Jahr, in dem sie mit ihm brach. „Ich sah, dass unsere Träume zerfielen. Wir entfremdeten uns. Ich schrieb ihm einen schrecklichen Brief. Ich warf ihm viele harte Dinge an den Kopf. Wie immer, wenn er sich nicht zu wehren wusste, blieb er ganz still und schwieg. Das war die Zeit, als er zu glauben begann, er sei auserwählt.“
Von Gott?
„Nein, nicht von Gott. Ich habe bei ihm nie eine Spur von Religiosität bemerkt. Nein, von der Geschichte. Er sprach einmal davon, dass er aus einem gefolterten Leben geboren sei – aus der Vergangenheit. Er glaubt das tatsächlich.“ Sie setzt hinzu: „Heute glaube ich: Er ist krank. Vielleicht war er es schon lange, in einem latenten Zustand. Er war immer ein Mann, der sehr viel Zuneigung brauchte. Doch einmal sagte er: ‚Wenn mir jemand sehr viel bedeutet, habe ich Angst, dass ich diese Person zerstöre.‘“
Die Psychiaterin María Josefína Bustamante behauptet, Chávez zeige die Symptome einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Er suche ständig Bestätigung und habe allen Sinn für Proportion und Regeln zwischenmenschlichen Umgangs verloren. Als er den russischen Präsidenten Putin besuchte, demonstrierte er ihm einen Karatesprung. Er versuchte, die spanische Königin Sophia zu küssen und den japanischen Kaiser Akahito zu umarmen. Dem Papst legte er wie einem alten Freund einen Arm auf die Schulter. Er duzt jeden, ganz gleich, wer er ist.
Ja natürlich, der Mann sei ein Narziss, räumt auch Doktor Eduardo Chirinos ein. Es sei schon vorgekommen, dass Chávez von sechs Uhr morgens bis Mitternacht ohne Unterbrechung geredet habe. Er sei extrem extrovertiert und ziemlich exzentrisch. Obendrein obsessiv. Aber ein Psychopath? Nein. „Er ist ein Politiker. Sind die“, fragt er lächelnd, „nicht alle so?“
Chávez steckt in der Pubertät fest, meint sein Therapeut
Chirinos nennt sich „Chávez’ Berater in psychischen Krisensituationen“. Das Wartezimmer seiner Klinik für Psychotherapie und neurologische Erkrankungen ist eine kitschig eingerichtete Urwaldlaube. Wasser plätschert über Steinstufen, ein holzgeschnitzter Löwe und ein Porzellanhund thronen über wuchernden Pflanzen. Der Doktor ist ein kleiner Mann mit dunkel nachgefärbtem, sorgfältig über die Glatze gekämmtem Haar. Anfangs, als der neu gewählte Präsident unter nervösen Zuckungen litt, habe er ihm geholfen, diese durch Entspannungs- und Atemübungen unter Kontrolle zu bekommen, erzählt er. Das gelang. Zuletzt beriet er den Präsidenten, als dessen zweite Ehe in die Brüche ging.
Im Grunde, sagt der Doktor, sei Chávez ein in seiner Entwicklung in der Pubertät stecken gebliebener Mensch. Er leide an einem „Knabensyndrom“. In seiner Kindheit fehlte ihm die Vaterfigur. Chávez wurde 1954 als Sohn eines armen Lehrerehepaares in dem Städtchen Sabaneta in einer entlegenen Provinz geboren. Die Eltern zogen umher. Der Junge lebte, bis er elf Jahre alt war, bei der Großmutter. „Auf die Großmutter übertrug er seine Ödipusgefühle“, meint der Psychotherapeut.
Das Verhältnis zur Mutter blieb immer gestört. Einmal, schon als erwachsener Mann, sprach er nach einem Streit jahrelang nicht mit ihr. Mit 17 Jahren meldete er sich zur Armee. Die Armee habe Chávez sehr geprägt, sagt Chirinos. Er könne nur hierarchisch mit anderen Leuten umgehen. Dass Chávez an eine große Ideologie glaube, kann Chirinos sich nicht vorstellen. „Er ist kein Intellektueller. Aber er kann Leute glänzend hinters Licht führen. Sie nehmen ihm ab, dass er belesen sei. In Wirklichkeit hat er sich nur ein oder zwei Seiten aus den Vorworten aller möglichen Bücher zu Gemüte geführt und tut dann so, als sei er mit den Autoren intim vertraut. In Wirklichkeit hat er immer nur an die Macht gedacht. Er liebt die Macht mehr als alles andere. Er ist davon besessen.“
Bis zur Schonungslosigkeit gegen andere?
„Ja, auch das.“
Aber Sie mögen ihn trotzdem?
„Nicht als Präsidenten. Die Macht brachte seine Persönlichkeitsprobleme zum Durchbruch. Er ist autoritär und völlig von sich eingenommen.“
Und als Person?
„Ja, doch. Als Person mag ich ihn sehr, trotz seiner Fehler. Ich mag seine Spontaneität. Sehen Sie, alle Präsidenten und Wahlkämpfer herzen Kinder. Es ist immer verlogen. Ich weiß das von mir selbst, ich habe auch einmal für die Präsidentschaft kandidiert. Aber bei ihm ist das echt. Daher rührt seine Popularität. Auf dieser Ebene ist er absolut ehrlich. Auf einer unterbewussten Ebene hat diese Spontaneität natürlich auch damit zu tun, dass er nach Zuneigung dürstet. Er gibt Liebe, um Liebe zu erhalten.“
Ist es väterliche Liebe, die den Präsidenten im Spiegelsaal von Miraflores jetzt dazu bewegt, ein Bild, das seine vierjährige Tochter Rosinés gemalt hat, vor die Fernsehkamera zu halten?
Das farbenprächtige Bild „eines wunderschönen Hauses, in dem lauter Tiere wohnen. Es ist eine Arche Noah.“ Er zeichnet mit einem Stift die kreisförmigen Linien des kindlichen Fantasiegebildes nach. So schön, wie dieses Domizil sei, erklärt er dann, soll ganz Caracas werden. Ein Anfang sei gemacht.
Den Zuschauern zu Hause werden die bunten Fassaden einiger Häuser in dem Barrio 24 de Julio vorgeführt. Gelb die eine, rostrot die andere, hellgrün eine dritte. Das Ergebnis eines von ihm ausgerufenen Plans Reviba zur Sanierung der Slums. „Wie hübsch diese Häuser jetzt doch sind!“, ruft er. „Wie Rosinés’ Malerei.“
Fährt man in das Viertel und sieht sich die Häuser an, muss man allerdings feststellen, dass nur die Vorderseiten der Häuser verputzt und gestrichen sind. An der Hinterseite blieb alles beim Alten. Reine Kulissenarbeit.
Dann führt Chávez auf dem Fernsehschirm Grafiken und Tabellen vor. Die Ergebnisse „tage- und nächtelanger Arbeit mit meinen Wirtschaftsexperten“. Sie bewiesen, erklärt er, dass es mit der Wirtschaft aufwärts ginge. Eine Behauptung, die sich durch nichts mit den jüngsten Daten deckt. Den venezolanischen Zeitungen zufolge ist das Bruttosozialprodukt in den letzten sechs Monaten um 7 Prozent eingebrochen. Die Arbeitslosigkeit liegt phasenweise bei 20 Prozent. Die Inflation liegt bei 24 Prozent. Jeder Prozentpunkt Inflation lässt weitere 20000 Menschen unter die Armutsgrenze fallen, unter der schon heute 80 Prozent der Bevölkerung leben. Im Schnitt wird alle 52 Minuten irgendwo in Venezuela jemand ermordet – 10000 Menschen im Jahr.
An der Küste jenseits des Avila-Gebirges, wo vor drei Jahren verheerende Überschwemmungen und Erdrutsche viele Täler und Städte unter sich begruben, lässt sich das alltägliche Chaos in seiner deprimierendsten Form studieren. In Carmen de Uria, einer der am schlimmsten betroffenen Ortschaften, leben immer noch über 150 Familien in halb eingestürzten Häusern. Niemand weiß, wie viele Leichen unter dem Schutt begraben sind. Trinkwasser gibt es nicht. Zu jeder Regenzeit droht eine neue Katastrophe. Frauen huschen wie Schatten durch die aufgerissenen Gassen. Männer sitzen in unbewohnbaren Häusern und lassen sich mit Fusel volllaufen, den sie für Whisky halten. Das also ist revolutionäre Ökonomie.
Hugo Chávez’ wirtschaftspolitische Ideen gehen auf einen Mann namens Jorge Giordani zurück, der zuerst Kommunikationstechnik studierte und sich danach – in den sechziger Jahren – in der englischen Kleinstadt Guildford zum Wirtschaftsplaner ausbilden ließ. Ein auch in fortgeschrittenem Alter vor Idealismus glühender Universitätsprofessor, der zehn Jahre lang Chávez’ Guru war und deshalb Wirtschafts- und Entwicklungsminister in Venezuela werden durfte. Giordani verwandelte das Ministerium in ein Laboratorium, in dem exzentrische Wissenschaftler utopische Planspiele testeten.
Chávez war fasziniert. Er rief Giordani unentwegt an, um drei Uhr früh genauso oft wie um sechs. Der comandante schläft nicht mehr als drei Stunden und erwartet auch von seinen Mitarbeitern Dienst rund um die Uhr. Doch die Loyalität beruht nicht auf Gegenseitigkeit. Im Mai dieses Jahres ließ er Giordani von einem auf den anderen Tag fallen. Kein Wort hat der Verstoßene seither mehr vom Präsidenten gehört. Er sitzt zu Hause, zutiefst verletzt, und grübelt weiter über bolivarianische Planung.
Schwarz uniformierte Wächter schützen den Bürgermeister
Der abgebrühte Umgang mit alten Freunden schafft Chávez auch in eigenen Reihen immer mehr Feinde, die nur auf eine Gelegenheit warten, ihm die Macht zu entreißen. Ein kundiger Beobachter meint, Chávez bringe mittlerweile 95 Prozent seiner Zeit damit zu, Intrigen zu durchschauen und zu bekämpfen. Zu den wenigen Getreuen, auf die er sich noch verlassen kann, zählt der betagte García Ponce, Chef der bolivarianischen Zirkel in Venezuela. Wo immer Chávez öffentlich auftritt – Ponce ist in der Nähe. Wann immer Chávez politisch schwadroniert – Ponce hält zu ihm.
Zu den unerschütterlichen Getreuen gehört auch der junge Bürgermeister des Innenstadtbezirks, in dem Miraflores liegt. Ein ausländischer Diplomat nennt den Bürgermeister einen „Killer, einen echten Killer“. Dessen Amtssitz wird geschützt von vier schwarz uniformierten Wächtern, die mit ihrem brutalen Auftreten gut in einen futuristischen Gewaltfilm passen würden.
Chávez’ Anhänger bleiben ihm treu. Fakten irritieren sie nicht, nicht einmal die Tatsache, dass der Präsident sich mitten in der Wirtschaftskrise einen Airbus für 65 Millionen Dollar anschaffte. Das Flugzeug nutzt er jetzt hauptsächlich dazu, seine in einer Provinzstadt wohnende Freundin zu besuchen. Aber die Armen und Siechen aus dem ganzen Land glauben weiterhin, dass niemand außer Chávez ihre Not lindern könne. Von überall her strömen sie dort zusammen, wo er auftreten soll. Stundenlang stehen sie in der heißen Äquatorsonne, Krüppel auf Krücken, Schwerstbehinderte in Rollstühlen, Blinde an den Händen von Begleitern. Sie alle wollen dem Präsidenten Briefe und Dokumente in die Hand drücken. Ein bleicher Student mit Brillengläsern, die so dick sind wie die Böden von Weinflaschen, beschwört jeden, dass nur eine Augenoperation in Kuba ihn retten könne. Der Präsident müsse ihm helfen: „Das steht in der bolivarianischen Verfassung.“ Befragt, ob er denn schon je von jemandem gehört hätte, dem Chávez tatsächlich geholfen habe, gesteht er kleinlaut ein: „Nein.“
„Yo creo en Chavez.“ – „Ich glaube an Chávez.“ So lautet ein Slogan der Chavistas. Aber dann kommt der Angebetete nicht. Helfer sammeln die Briefe und Dokumente ein, und die Bittsteller trollen sich langsam. Die Menschen in den Slums halten an Chávez fest wie an einer Verheißung. Die Barrios sind von steilen Treppen, engen Gassen und schleimgrauen Kloaken durchkreuzte Viertel aus rohen, wellblechgedeckten Backsteinhütten, die sich auf den steilen Flanken des Avila-Gebirges am Rand von Caracas übereinander türmen. Sie wuchsen auf illegal besetztem Land. Die Bewohner glauben, nur Chávez bürge dafür, dass die alten Besitzer enteignet werden.
Und da ist Lina Ron. Eine hartgesottene Straßenkämpferin, die sich spöttisch „das hässlichste Gesicht der Revolution“ nennt und auf eigene Faust Verbrecher verfolgt, wenn sie die Ordnung bedroht sieht. Eine Frau, der niemand öffentlich zu widersprechen wagt. Sie raucht wie ein Schlot. Sie läuft so schnell durch die Stadt, dass man ihr kaum folgen kann, und zieht eine Truppe Männer hinter sich her, die ihr aufs Wort gehorchen.
Ihr Hauptquartier ist eine zu einem Bunker umgebaute ehemalige Fußgängerunterführung im Stadtzentrum. Fragt man sie, was sie an Chávez fasziniert, antwortet sie pathetisch: „Er ist großmütig und menschlich. Er ist ein Freund der Guten. Er hat den revolutionären Prozess und unsere Revolution vertieft. Er ist rein in Worten und lauter in Taten. Er liebt die Schwachen und ist tapfer angesichts des Bösen.“
Wahrscheinlich rührt ihre Verehrung eher daher, dass sie nur unter Chávez die Freiheit hat, wie eine Löwin ihr Revier im Dickicht der Großstadt zu markieren. Zwei Männer aus ihrem Anhang sagen später, als die Anführerin außer Hörweite ist: „Wir haben die Revolution infiltriert. Wir planen eine Revolution in der Revolution. Das geht nur mit Blutopfern. Dafür trainieren wir jeden Tag. Wir haben Bomben, Pistolen, Granaten, Radios und Gewehre.“
Im Spiegelsaal des Präsidentenpalastes steuert die Fernsehshow auf einen Höhepunkt zu. Plötzlich stellt sich heraus, dass eine Anruferin, die sich vor einer halben Stunde nach dem Fortschritt der Landreform erkundigte, immer noch in der Leitung ist. „Hallo, Schatz!“, ruft der Präsident. „Du stehst doch hoffentlich nicht in einer Telefonzelle? Sitzt du auf einem Stuhl? Hat dir jemand eine Tasse Kaffee gebracht? Bist du zu Hause, Schatz?“ Chávez grinst in die Kamera. Seine Augen blitzen kokett. So natürlich. Jungenhaft. Dann zuckt er mit den Schultern und bricht in ein herzliches Lachen aus.
Nur in den drei, vier kurzen Unterbrechungen, als eine Kosmetikerin das bronzebraune Gesicht des Präsidenten nachschminkt, sitzt auf einmal ein ganz anderer Hugo Chávez vor der abgeschalteten Kamera. Ein unnahbarer Mann mit eiskalten Zügen – so kalt, als habe jemand ein inneres Licht ausgeknipst. Ein Mann, den die Leute draußen im Land nicht zu sehen bekommen.
Es ist mittlerweile vier Uhr am Nachmittag. Wie viele Leute wohl noch vor dem Fernseher ausharren? Der Marktanteil des Staatsfernsehens liegt gerade mal bei fünf Prozent. Jetzt ruft eine junge Frau aus Spanien an, die von zwei dort gegründeten bolivarianischen Zirkel, berichtet. „Wir schauen uns immer Aló Presidente an“, erzählt sie. „Die ganze Welt sieht Aló Presidente.“
Chávez spottet mit gespieltem Ernst, die Regierung in Peking habe ihn gebeten, Chinesisch zu lernen, damit auch die Chinesen seine Sendung sehen können. Wie sein Freund Castro. Der sehe sich die Sendung jedes Mal an. Wie jeder aufrechte Revolutionär. Ein glänzender Übergang zu seinem nächsten Thema: Ché Guevara. Die Informationsministerin nickt sehr ernst, als er über die Lehren referiert, die man aus der Ermordung des großen Revolutionärs, die sich gerade jährt, ziehen müsse. Von Ché führt der Diskurs wieder zu Bolívar und von Bolívar zu ihm und dem Putsch der Oligarchen gegen seine Revolution. Noch immer läuft die Kamera.
Nach dem Putsch im April verdächtigten Chávez’ Leute umgehend die Vereinigten Staaten, den Umsturzversuch wie seinerzeit den Staatsstreich gegen den früheren chilenischen Präsidenten Allende eingefädelt zu haben. Das International Republican Institute, Teil der konservativen Nationalstiftung für Demokratie, die wiederum von der CIA angeblich als Tarnorganisation für Geheimoperationen im Ausland genutzt wird, soll Beziehungen zu den Putschisten in Caracas unterhalten haben. Vor der venezolanischen Küste, heißt es, sei zum kritischen Zeitpunkt ein amerikanisches Kriegsschiff gesichtet worden. Chávez selbst berichtete, er habe auf der Karibikinsel, auf der er zwei Tage festgehalten wurde, ein amerikanisches Flugzeug gesehen.
Man kann nur spekulieren, wie weit die aktive Unterstützung ging. Als jemand den amerikanischen Botschafter in Caracas unter vier Augen anflachste, diesmal hätten die USA sich aber in flagranti erwischen lassen, lachte der nur, ohne die Anschuldigung abzustreiten. Vermutlich wurde stillschweigend Beihilfe geleistet, die auf einen Otto Reich zurückgeht, einen exilkubanischen Scharfmacher, den Präsident George W. Bush zum Leiter der Südamerika-Abteilung im Außenministerium ernannte. Tatsächlich merkte das State Department sehr bald, dass es sich durch die Nähe zu den Putschisten mehr Schaden als Nutzen einhandelte. Außer Kolumbien, Peru und Ecuador verurteilten alle südamerikanischen Staaten den Staatsstreich.
Die US-Regierung blies zur Kehrtwende. Die amerikanische Botschaft wurde angewiesen, die venezolanische Opposition zu warnen, die Regierung Chávez nicht gewaltsam zu beseitigen. Der Abgesandte Reich wurde aus einer US-Delegation, die Venezuela bereiste, abgezogen. Umgekehrt sah auch Chávez ein, dass er sich mit Hilfe Washingtons einfacher an der Macht halten kann. Immer seltener hört man jetzt von ihm antiamerikanische Tiraden. Im Juli förderte Venezuela erheblicht mehr Öl als im Vormonat und überschritt zum ersten Mal seit Jahren seine Opec-Quote. Der Ölminister versprach, die Produktion weiter zu erhöhen, falls ein Angriff auf den Irak Lieferungen aus dem Nahen Osten beeinträchtigen sollte. Wie die Lumpen bei Bertolt Brecht sitzen Bush und Chávez jetzt vereint am gleichen Tisch. Öl und Macht sind ihnen offenbar wichtiger als Freiheit und Demokratie.
Der Narziss…
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- Quelle (c) DIE ZEIT 43/2002
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