Es stimmt. Um das zu verstehen, schauen Sie sich einmal die Grafik an: Sie zeigt einen Blick von oben auf den Nordpol der Erde, wir selbst sitzen auf einem Punkt irgendwo auf dieser nördlichen Erdhalbkugel. Der Mond dreht sich einmal pro Monat gegen den Uhrzeigersinn darum herum (dabei vernachlässigen wir einmal, dass die Mondbahn gegenüber der Erdachse ein wenig geneigt ist). Wenn das Sonnenlicht (in der Grafik) von unten kommt und dort der Mond auf der 3-Uhr-Position steht, dann sehen wir als Erdenbürger den zunehmenden Halbmond links von der Sonne. Er ist also von rechts beleuchtet. Um uns vorzustellen, wie das die antipodischen Zeitgenossen sehen, müssen wir nur die Zeitungsseite umdrehen und gegen das Licht halten. Dann sehen wir den zunehmenden Mond auf der 9-Uhr-Position - und er ist tatsächlich von links beleuchtet, so wie unser abnehmender.

Preisfrage: Wie sieht es am Äquator aus? Dort ist der zunehmende Mond bei seinem Aufgang von oben beleuchtet und beim Untergang von unten. Im Internet fand ich eine schöne Beschreibung dieser Tatsache: "Wenn der Zuschauer am Äquator beim Mondaufgang zum Horizont schaut und dabei aufrecht steht und sich dann in einem geeigneten Liegestuhl im Laufe der nächsten rund 12 Stunden nach hinten um eine halbe Drehung kippen lässt, sieht er den zunehmenden Mond immer als obere Kreishälfte, aber um den Preis, dass er selbst am Schluss auf dem Kopf steht." Christoph Drösser

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