Herr Böttcher, das Paradies kann nur da sein, wo keine Menschen sind. Ist das die Erkenntnis, die wir aus dem Anschlag auf die Urlaubsinsel Bali ziehen müssen?

Die Botschaft der Terrorakte seit dem 11. September lautet, dass man nirgendwo mehr sicher ist. Mit dieser Tatsache müssen wir uns auseinander setzen. Aber nicht nur in Bezug auf unseren Urlaub, sondern auf alle Bereiche des Lebens. Das Risiko im Urlaub, Opfer eines Anschlages zu werden, ist nicht signifikant größer als etwa am Arbeitsplatz.

Bali liegt inmitten einer Unruheregion, hat es jedoch geschafft, sich als eine Insel der Sanftheit zu inszenieren. Haben Politiker und Tourismusunternehmen sich davon nur allzu gern täuschen lassen?

Wir spielen nicht mit der Sicherheit unserer Gäste. Uns lagen keine Hinweise vor, dass dort etwas passieren könnte. Die Informationen von Geheimdiensten sind uns nicht zugänglich. Das Auswärtige Amt gibt Sicherheitshinweise und Reisewarnungen heraus, und wir richten uns danach. Im Krisenfall stehen wir in ständigem Kontakt zum Amt. Nach dem Anschlag auf die Synagoge von Djerba etwa informierte uns die Botschaft über weitere Bombendrohungen. Obwohl die Drohung dergestalt war, dass wir einen Anschlag für nicht sehr wahrscheinlich hielten, räumten wir innerhalb von zwei Stunden ein ganzes Hotel. Wir sind sehr sensibilisiert.

So sehr, dass Sie sich vorstellen könnten, aus Hotels Hochsicherheitstrakte zu machen?

Ich habe vor kurzem Urlaub in der Türkei gemacht. Es gab Wachpersonal am Strand und Wachpersonal, das den Zugang zur Hotelanlage kontrollierte. Das halte ich für sehr vernünftig, und es beeinträchtigt nicht wirklich die Urlaubsatmosphäre. Es gibt aber eine Grenze. Wer will schon im Urlaub von Soldaten umzingelt sein?

Sie haben im Unternehmen einen Umweltbeauftragten. Wird es bald einen Terrorismusbeauftragten geben?