Im Traum erscheinen dem Rentenexperten Arbeitnehmer, auf deren Rücken reiten Senioren zum Ausspannen nach Mallorca. Dieser Albdruck hat einen realen Datenhintergrund: Heute schuften für einen Rentner 2,5 Beschäftigte, in 30 Jahren muss jeder Arbeitnehmer einen Alten allein durchbringen. Das nennt man Rentenfalle.

Es kommt noch schlimmer: Die Blutfalle schnappt zu. Ältere Menschen entwickeln nämlich einen kräftigen Appetit auf den Lebenssaft. Eine Hüfte implantiert - bitte 1,5 Liter auffüllen. Einen Bypass gesetzt - einen Liter nachkippen. Eine Schlagader montiert - ein Viertele reicht. Der über 85-Jährige, warnt uns das British Medical Journal, verbraucht doppelt so viele Blutkonserven wie der Mitte 60-Jährige. Da die Bevölkerung immer älter wird, benötigen wir in sechs Jahren fünf Prozent mehr Stoff. Dabei will keiner mehr Blut spenden. Zehn Prozent der Deutschen müssten zum Aderlass, um den Bedarf zu decken, es tun nur halb so viele. Bald schleichen lauter hohlwangige Gesellen durch die Straße, die für Geld Blutzoll leisten, um die horrenden Rentenbeiträge zahlen zu können!

Rettung verheißt Südafrika. Dort nämlich, in Gauteng, wird Kunstblut ausgeschenkt. Hemopure heißt der Stoff. Er hat klinische Tests halbwegs erfolgreich hinter sich, noch aber ist zum Beispiel die amerikanische Zulassungsbehörde nicht zufrieden. Südafrika ist nicht so zimperlich. Wegen der vielen HIV-Infektionen hat das Land Schwierigkeiten, brauchbares Blut zu zapfen - also ist es der einzige Ort auf Erden, wo Hemopure, eine Art veredeltes Rinderblut, zugelassen ist. Rentner: Vergesst Mallorca! Fahrt nach Gauteng!