1744 beschrieb die Prinzessin ihre Kindheit. Ihre Eltern nannte sie dabei nur der König und die Königin.

Sie erzählt: Eines Tages, als die neunjährige Prinzessin bei der Königin war, horchte sie diese aus, ob die Amme wissen wolle, was bei dem König und der Königin vorgehe. Ich wußte nicht, was ich darauf antworten sollte, sie bearbeitete mich aber von allen Seiten, so daß ich es ihr endlich eingestand ... Sobald ich auf meinem Zimmer war, fragte mich dieses Mädchen nach den Neuigkeiten des Tages. Erst versuchte sie es mit Liebkosungen, als sie aber merkte, dass sie auf diese Weise nichts ausrichten konnte, ... geriet sie in große Wut, gab mir mehrere Schläge auf den Arm und stieß mich von dem Tritt herunter ... Ich kam mit einigen blauen Flecken davon. Dieser Auftritt wiederholte sich am nächsten Tage, aber mit größerer Heftigkeit. Sie warf einen Leuchter an meinen Kopf, der mich fast getötet hätte. Mein ganzes Gesicht war blutig ... Ich wurde nachts mit Kompressen versorgt und gab tags darauf bei der Königin vor, daß ich gefallen sei. Der ganze Winter ging so vorüber. Ich hatte keinen Tag mehr Ruhe und mein armer Rücken wurde alle Tage bearbeitet. Ich schmeichelte mich immer mehr bei der Königin ein. ... Sie bat den König, ihr zu erlauben, mich zu sich zu nehmen. Der König willigte mit Vergnügen darein und wünschte auch Gleiches für meinen Bruder.

Wenige Zeit später erkrankte ihr Bruder, der zweite Sohn des Königspaars, an Ruhr, tags darauf auch ihre kleine Schwester. Ein paar Tage später erkrankte auch der König. Als nun die Prinzessin Fieber bekam, befahl ihr die Gouvernante, die eine Dame mit außerordentlichen Verdiensten war, voll von Vernunft, aber ohne Geist und sehr fromm, Psalmen aufzusagen. Als sie sich weigerte, wurde sie der Königin gegenüber als nicht gottesfürchtig gescholten.

Als die Prinzessin auch noch die Ruhr bekam, wollte es die Königin nicht glauben und befahl ihrer Tochter auszugehen. Halb tot brachte man das Kind nach Berlin zurück. Sie erinnerte sich selbst an folgende Begrüßung: Ach Prinzessin, sind Sie da? Haben Sie viele Schmerzen? Sind Sie sehr krank? Sie müssen sich wenigstens schonen, denn Ihr Bruder ist eben heut früh verschieden, und Ihre Schwester wird wohl den Tag nicht überleben.

Sie erholte sich zwar von der Ruhr, doch es folgten Gelbsucht und Scharlach.

Ihre gute Konstitution aber ließ sie alles überstehen.

Als sie wieder gesund war, durfte sie sich vom König ein Geschenk erbitten.