Neulich habe ich von Silvio Berlusconi geträumt, Italiens Regierungschef. Das hat mich irritiert. Ich habe sonst nie Albträume. Keine Monster, keine Hexen, kein Berlusconi. In der Regel habe ich angenehme, oft aufregende, immer aber entspannende Träume. Ich weiß nicht mehr, was ich am Abend zuvor gegessen hatte, als sich Berlusconi in jener Nacht in meinen Traum hineinzwängte.

Vielleicht war ich übermäßig angespannt, weil meine Tournee begann.

Vielleicht war ich aus irgendeinem Grund schlecht drauf, und Berlusconi symbolisierte sozusagen die Fleisch gewordene Unzufriedenheit. Ich möchte das hier jetzt auch nicht weiter auswalzen oder mich einer tiefenpsychologischen Analyse unterziehen. Es versteht sich von selbst, dass ich in jener Nacht einen unruhigen Schlaf hatte.

Immerhin wurde Berlusconi in meinem Traum einigermaßen zurechtgestutzt. Er war Souffleur eines Theaterstücks, das von der Zukunft der Nation handelte.

Doch niemand konnte ihn hören. Er gestikulierte, dirigierte, gab Anweisungen.

Aber alle ignorierten ihn. Gewiss, das war vielleicht ein Wunschtraum. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Es geht in Italien heute nicht mehr so sehr um rechte oder linke Politik, um konservative oder progressive Ideen, um Katholiken und Antiklerikale. Es geht ums Grundsätzliche: die Demokratie.

Stück um Stück wird sie demontiert. Berlusconi versucht, maßgeschneiderte Gesetze durchzusetzen, die ihn vor der Justiz schützen sollen. Das Gericht in Mailand wird entscheiden müssen, ob er Schmiergelder bezahlt und römische Richter bestochen hat, um sein Geschäftsimperium aufzubauen. Sofern die Prozesse nicht per Dekret gestoppt werden.