Regelmäßig traf sich Marion Gräfin Dönhoff mit ihrem Großneffen Friedrich zum Gedankenaustausch in ihrem Haus in Blankenese. Die besonders intensiven Gespräche kurz vor dem Tod der großen Journalistin am 11. März dieses Jahres zeichnete Friedrich Dönhoff auf Tonband auf. In der ZEIT vom 27. März war in Auszügen das letzte dieser Gespräche zu lesen. Es ging um Schutzengel und monströse Abfindungen, um Gentechnik und zu lange Koteletten bei Männern.

Selten war die langjährige ZEIT-Herausgeberin derart persönlich zu erleben.

Inzwischen ist aus den Gesprächen ein Buch entstanden: Die Welt ist so, wie man sie sieht (Hoffmann und Campe, 19,90 Euro). Es enthält neben den Aufzeichnungen auch zahlreiche Fotos aus dem Privatarchiv des 34 Jahre alten Friedrich Dönhoff, der das Buch als Vermächtnis verstanden wissen will: Seine Großtante habe sich in den Gesprächen nicht nur an ihn gerichtet, sondern an die jüngere Generation insgesamt.