Königslibelle, Wildbirne, Nelke und Schlupfwespe. Gemalt in einer Zeit, als die Natur uns noch von göttlicher Vernunft sprach und Verwüstung natürlicher Herkunft war, als die Pest wütete und der Hunger, da malte der Antwerpener Künstler Joris Hoefnagel, etwa nach 1570, was er sah. War in Europa gereist, zum Studium nach Frankreich, auch in London gewesen und in Deutschland, Italien natürlich, und von allen Augenreisen legte er in Städteprospekten und Miniaturen Zeugnis ab, er, der doch auch in Spanisch, Griechisch, Latein, Englisch hätte erzählen können. Von solchen Wundern berichtet Anita Albus in einem sehr plaudernden, aber hübsch illustrierten Buch, zeigt die Raupen der Maria S. Merian, spricht vom Federkleid der Schnee-Eule und Vladimir Nabokovs Schmetterlingsleidenschaft.

Anita Albus: Paradies und Paradox

Wunderwerke aus fünf Jahrhunderten

Eichborn Verlag, Frankfurt a. M. 2002

327 S., 32,50 e