die zeit: Was sind die größten Fehler bei einer Patentanmeldung?

Helge Cohausz: Der allergrößte ist, die Erfindung zu veröffentlichen, bevor sie angemeldet ist. Das geschieht sehr oft. Wissenschaftler wollen ihr Forschungsergebnis schnell der Fachwelt vorstellen und erkennen oft gar nicht, dass sie eine Erfindung vor sich haben. Früher dauerte es Monate, bis eine Fachzeitschrift den Aufsatz druckte. Heute kann er schon nach einer Stunde im Internet stehen. Ein weiterer Fehler ist, die Ansprüche zu eng zu fassen. Man muss versuchen, Alternativen mit einzuschließen, damit das Patent nicht umgangen werden kann. Da muss man als Patentanwalt kreativ sein, um Worte zu finden, die alle Bereiche umfassen.

zeit: Ist eine Patentanmeldung sehr teuer?

Cohausz: Die reine Anmeldung ohne Patentanwaltshonorar kostet 60 Euro. Wobei ich immer empfehle, gleichzeitig für 250 Euro eine weltweite Recherche nach ähnlichen oder identischen Erfindungen vom Patentamt machen zu lassen. Ab dem dritten Jahr nach Patenterteilung kommen noch jährliche Gebühren hinzu. Die fangen bei 70 Euro an und steigen bis auf 1940 Euro für das zwanzigste - und letzte - Jahr.

zeit: Viel Geld ...

Cohausz: Mag sein. Aber wer so lange durchhält, verwertet sein Patent dann auch.

zeit: Es gibt viele Beispiele dafür, dass gerade bedeutende Erfindungen sehr lange brauchen, bis sie auf den Markt kommen - und dann ist das Patent längst abgelaufen.