Griechenland gilt vielen Europäern als Land der Machos, aber in Europa waren es stets die griechischen Frauen, die Aufsehen erregten. Maria Callas, die Stimme des Jahrhunderts, Melina Mercouri, der Star aus dem Kultfilm Sonntags nie, beherrschten die Schlagzeilen. Obgleich weniger vorzeigbar, wurde auch Dmitra Liani vorgezeigt, Stewardess und Gattin des sozialistischen Patriarchen Papandreou, die unter dem Namen Mimi Karriere machte. Aber reden wir nicht mehr davon.

Reden wir von Dora Bakojanni, einem aufsteigenden Stern am griechischen Himmel. Am Sonntag haben die Athener sie zu ihrer Bürgermeisterin gewählt.

Eine Konservative, hochintelligent, hochgewachsen, voller Charme und Witz - und ein politisches Tier. Das liegt in der Familie: Exministerpräsident Mitsotakis ist ihr Vater. Dora, wie die Griechen sie nennen, wird von sich reden machen: als Athener Stadtmutter und irgendwann als Kandidatin für den griechischen Premiersposten.

In Deutschland hingegen wurde Anfang 2002 eine Frau als Kanzlerkandidatin verhindert. Die Griechen werden uns noch zeigen, wer die wirklichen Machos sind.